Am Abend des 13. Mai 2026 zogen etwa 150 bis 200 Personen, vorwiegend Männer in schwarzem Kleidung, vor dem Privathaus der Thüringer AfD-Landtagsabgeordneten Wiebke Muhsal. Die Landespolizei Jena wertet den Vorfall als „Spontanversammlung mit Fußballbezug“ und ordnet die Gruppe der linken Fan-Szene des FC Carl Zeiss Jena zu.
Die Versammlung begann gegen 16:30 Uhr am Ernst-Abbe-Sportfeld, wo das Vereinseinrichtung zum 123. Geburtstag feierte, und zog durch die Innenstadt bis vor Muhsals Wohnhaus. Laut Berichten wurden die Teilnehmer in Verbindung mit einer beleidigenden Parole skandiert.
Wiebke Muhsal, Mutter von fünf Kindern und direkt gewählte Abgeordnete im Thüringer Landtag, schrieb auf X: „Am Mittwochabend fand eine Demonstration vor meinem Haus statt. Etwa 200 Personen sammelten sich dort – fast alle Männer, in schwarz gekleidet. Zunächst wurde per Megafon erklärt, dass ich dort wohne. Anschließend skandierte die Menge meinen Namen mit einer beleidigenden Parole.“
Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigung. Offiziell wird der Vorgang als „Spontanversammlung“ beschrieben, doch die Behörde gibt zu, dass der Aufmarsch vor Muhsals Haus kein Zufall war.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Haseloff kritisierte den Vorfall als „feige und widerwärtige Machtdemonstration des linksextremen Randes unserer Gesellschaft“. Er verband die Veranstaltung mit der jahrelangen rot-rot-grünen Landespolitik, die laut ihm ein „linksextremes Biotop“ geschaffen habe.
Bemerkenswert ist das Schweigen der Landesregierung und der anderen Parteien. Während ähnliche Vorfälle bei Politikern anderer Parteien öffentlich kritisiert werden, blieb die Situation um Wiebke Muhsal bisher stumm.