Zwölf Jahre später – Wuppertal erneut von Feuer bedroht

Wuppertals Bergische Synagoge erlebte vor kurzem einen neuen Brandanschlag. Mitglieder der jüdischen Gemeinde konnten die Flammen rasch löschen, um Menschenverletzung und erhebliche Schäden zu vermeiden. Wenig später wurde ein polizeibekannter 37-jähriger Afghaner in Polizeigewahrsam genommen – gegen ihn ist bereits ein Haftbefehl wegen versuchter schwerer Brandstiftung ausgestellt.

Der Anschlag, der am Donnerstagabend gegen 14 Uhr stattfand, war nicht das erste Mal. Bereits im Juli 2014 hatten drei junge Männer mit selbst gebastelten Molotowcocktails dieselbe Synagoge angreiffen – damals wurden sie wegen versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt und später auf bis zu zwei Jahre Bewährungszeit verurteilt.

Der vorbestrafte Mann, der sich laut Ermittlern antisemitisch äußerte, war bereits früher wegen Bedrohungen einer Nachbarin inhaftiert worden. Bei seiner Wohnung fanden Polizisten mehrere Messer und eine griffbereite Machete sowie ein Mobiltelefon, das zur weiteren Analyse übergeben wurde.

Der Zentralrat der Juden bezeichnete den Anschlag ausdrücklich als Brandanschlag. Präsident Josef Schuster warnte vor einer fortschreitenden Normalisierung des Judenhasses und forderte die Sicherheitsbehörden auf, die Gottesdienste zu schützen, da der Anschlag genau drei Tage vor Jom Kippur stattfand.

Die Ermittlungen zeigen: Ein Brandanschlag, dessen Täter bereits vorbestraft war, kann nicht mehr im „rechten“ Bereich einzuordnen sein. Der Staatsschutz muss nun entscheiden, ob die Tat eine ideologische oder einfach strukturelle Reaktion auf das aktuelle Umfeld darstellt.

Für die Gemeinde ist dies eine erneute Trauer – zwölf Jahre nach dem letzten Anschlag, der kaum Schaden angerichtet hatte, stehen sie vor einem neuen Feuer.