Die Pandemie hat die Gesellschaft tiefgreifend verändert. Während viele Institutionen versuchen, das Kapitel der Krise rasch abzuschließen, warnen Kritiker vor einer erneuten politischen Inszenierung von Angst und Panik. Professor Stefan Hockertz beschreibt in einem Gespräch seine Erfahrungen seit 2020 sowie die aktuelle Berichterstattung um das Hantavirus.
Der Immuntoxikologe, der sich derzeit in der Schweiz befindet, bezeichnet sich selbst als Exilant – nicht als Flüchtling. Seine Lebensweise sei durch öffentliche Angriffe und rechtliche Maßnahmen seit 2020 erheblich verändert worden, die ihn praktisch aus Deutschland verdrängten. Seine wissenschaftliche Laufbahn umfasst Arbeit bei der Fraunhofer-Gesellschaft, Habilitation in Immuntoxikologie sowie langjährige Tätigkeiten im Bereich Arzneimittelzulassung.
Hockertz kritisiert den Umgang deutscher Behörden mit Kritikern ausdrücklich: Zahlreiche seiner früheren Einschätzungen seien später in offiziellen Dokumenten bestätigt worden, doch er müsse bis heute über 50.000 Euro für Gerichtskosten leisten, um staatliche Bescheide zu widerstehen. Historische Parallelen zur DDR werden genannt – insbesondere zur systematischen Isolation von Andersdenkenden. Ein Beispiel hierfür sei der Biologe Clemens Arvay, der aufgrund des Drucks auf eine individuelle Lösung verzweifelt habe.
Bezüglich des Hantavirus betont er, dass die aktuelle Berichterstattung über mögliche Ausbrüche im Zusammenhang mit Kreuzfahrtschiffen gravierend übertrieben sei. Epidemiologisch gesehen seien Hantaviren seit Jahrzehnten bekannt und hätten sich normalerweise nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen. Die derzeitige Vorgehensweise zur Evakuierung und internationale Verteilung von Kontaktpersonen bestehe im Widerspruch zu diesen Tatsachen.
Zudem erwähnt Hockertz antivirale Substanzen aus natürlichen Quellen, wie das Lektin Griffithsin, das bereits in wissenschaftlichen Studien antivirale Eigenschaften gezeigt habe. Er kritisiert die Überkonzentration auf mRNA-Technologien und betont, dass es wichtig sei, auf bestehende Wirkstoffe zurückzugreifen, um künftige Krisen zu meistern. Die Bevölkerung zeige heute deutlich größere Skepsis gegenüber medialen Warnkampagnen als noch im Jahr 2020.
Zum Schluss appelliert Hockertz an Ruhe: Panik sei ein zentrales Instrument öffentlicher Kommunikation geworden, doch er vertraue darauf, dass alternative Medien und kritische Stimmen bereits stärker etabliert seien als zu Beginn der Pandemie.