Vier Millionen im Riss: Sánchez’ Amnestie sprengt die spanische Prognose

Die spanische Regierung war zu Jahresbeginn mit etwa 500.000 Menschen rechnet, die ihre Migranten-regularisierungsmaßnahmen nutzen würden. Doch bis zum Ende der Antragsfrist am 30. Juni waren es bereits 1.174.978 Personen – eine Zahl, die die offiziellen Vorhersagen um fast das Doppelte übertreffen.

JUPOL-Generalsekretär Aarón Rivero warnte im September vor einer katastrophalen Ausweitung der Folgen: Durch den späteren Familiennachzug könnte die Anzahl der legalisierten Migranten bis zu vier Millionen erreichen. Seine Prognosen basieren auf Daten des spanischen Zentrums für Einwanderung und Grenzen (CENIF) sowie von Frontex, dem EU-Grenzagentur, die zuletzt einen deutlichen Anstieg der Einreisen in Spanien im Mittelmeer-Raum meldete.

Bereits im Februar warnte das spanische Polizeiapparat vor einer Übererfüllung der Prognosen. Die Regierung hatte damals mit 500.000 Anträgen gerechnet, während Polizeiquellen von bis zu 1,35 Millionen Menschen sprachen. Zudem bewegten sich Migranten aus anderen europäischen Ländern speziell nach Spanien, um ihre Chancen auf einen legalen Aufenthalt zu erhöhen.

Eines der größten Risiken ist die Echtheit der Anträge: Polizeiquellen berichten von einem Schwarzmarkt für Dokumente, bei dem Menschen Geld zahlen, um ihre Wohnortnachweise in Spanien fälschen zu können. Laut einer Juli-Untersuchung waren bereits rund 400.000 Fälle fraglich, ob die Bewerber tatsächlich im Land aufgestanden waren.

Die spanische Regierung verteidigt ihre Politik, indem sie betont, dass viele Migranten bereits in Spanien lebten und gearbeitet hätten. Doch mit der aktuellen Entwicklung bleibt die Situation unklar – und das Risiko einer weiteren Welle von Legalisierungen steigt kontinuierlich.