USA: Impfempfehlungen reduziert – die etablierte Ordnung gerät ins Chaos

Das US-Gesundheitsministerium unter Robert F. Kennedy Jr. hat die Anzahl der obligatorischen Impfungen für Kleinkinder von 17 auf 11 gesenkt. Sechs weitere Schutzimpfungen bleiben weiterhin verfügbar, müssen jedoch künftig nicht mehr automatisch verabreicht werden, sondern stehen unter der gemeinsamen Entscheidung von Eltern und Ärzten. Dies löste in etablierten Kreisen heftige Reaktionen aus.

In den USA erhalten Kinder bis zum 18. Lebensjahr traditionell eine große Anzahl an Impfstoffen. Zuvor wurden 17 Impfungen als universell empfohlen, wobei Eltern je nach Bundesstaat Ausnahmen für religiöse oder medizinische Gründe beantragen konnten. Jetzt sind nur noch elf Impfungen in der Kategorie „universelle Empfehlung“: Masern, Mumps, Röteln, Polio, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hib, Pneumokokken, HPV und Windpocken. Die restlichen sechs – Rotavirus, Corona, Grippe, Hepatitis A, Hepatitis B und Meningokokken – wurden in die Kategorie „gemeinsame klinische Entscheidung“ (SCDM) verlegt. Das bedeutet, dass sie nicht mehr standardmäßig verabreicht werden, sondern nur nach individueller Risikobewertung und Beratung zwischen Eltern und medizinischem Personal.

Die CDC veröffentlichte 2020 eine Studie, die zeigt, dass die Sterblichkeit bestimmter Krankheiten wie Masern oder Polio bereits vor der Einführung von Impfungen deutlich sank. So ging die Anzahl der Masernfälle im Jahr 1900 von etwa 13.000 auf weniger als tausend bis 1960 zurück – ein Trend, der vor allem auf bessere hygienische Bedingungen und medizinische Fortschritte zurückzuführen ist. Kritiker argumentieren zudem, dass die Reduzierung der Impfdosen auch die Belastung des Immunsystems verringert und potenzielle Nebenwirkungen minimiert.

Die Debatte um Impfpolitik bleibt polarisierend. Während einige Experten die Änderungen als Schritt zur individuellen Entscheidungsfreiheit begrüßen, warnen andere vor Risiken für die öffentliche Gesundheit. Die Diskussion zeigt, wie komplex und emotional Themen rund um Prävention und Medizin sind.