Neueste Forschungsergebnisse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weisen darauf hin, dass die muslimische Bevölkerungsgruppe in Deutschland im Jahr 2025 bereits eine Zahl von sieben Millionen erreicht hat – eine Statistik, die deutlich über der offiziellen Angabe liegt. Laut dem Forschungsbericht 55 des BAMF-Forschungszentrums (im Juni 2026 veröffentlicht), basierend auf Daten des Mikrozensus 2025 und der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“, entspricht dieser Wert einem Anteil von 8,5 Prozent bei einer Gesamtbevölkerung von 82,7 Millionen Einwohnern.
Im Vergleich zu den Schätzungen aus dem Jahr 2019 (5,3 bis 5,6 Millionen Muslime mit einem Anteil von 6,4 bis 6,7 Prozent) ist der Wert um 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte gestiegen. Dieser Anstieg von bis zu 1,4 Millionen Menschen wird vor allem durch eine verstärkte Zuwanderung nach dem Ende der COVID-19-Pandemie erklärt – insbesondere aus islamisch geprägten Regionen im Nahen und Mittleren Osten.
Langfristig hat sich die muslimische Bevölkerung in Deutschland seit der Jahrtausendwende etwa verdoppelt: Im Jahr 2000 wurden 3,1 bis 3,2 Millionen Muslime geschätzt, bis 2010 lag die Zahl bei rund vier Millionen und im Jahr 2015 (im Zuge der damaligen Flüchtlingswellen) erreichte sie 4,7 Millionen. Die jüngsten BAMF-Daten bestätigen somit einen anhaltenden Trend, der die demografische Struktur Deutschlands nachhaltig verändert.
Gleichzeitig wird die muslimische Gemeinschaft vielfältiger: Mit 39,4 Prozent bleiben Menschen mit türkeistämmigem Hintergrund weiterhin die größte Gruppe, doch ihr Anteil ist seit 2008 (damals 64,4 Prozent) stark gesunken. 29,4 Prozent der Muslime haben Wurzeln in arabischsprachigen Ländern des Nahen Ostens oder Nordafrikas – ein Anstieg, der vor allem mit der Zuwanderung aus Syrien und dem Irak verbunden ist. Das restliche Drittel verteilt sich auf Südosteuropa sowie den Mittleren Osten und Mittelasien (unter anderem Afghanistan und Iran).
Regionale Unterschiede sind besonders deutlich: In Bremen und Hamburg liegt der Anteil muslimischer Religionsangehöriger zwischen 12,5 und 13,2 Prozent, gefolgt von Hessen und Nordrhein-Westfalen mit Werten um die 12 Prozent. In den östlichen Bundesländern (ohne Berlin) ist der Wert deutlich niedriger; Sachsen weist mit 0,9 bis 1,0 Prozent den geringsten Anteil auf. Diese Verteilung spiegelt zugleich Arbeitsmigration früherer Jahrzehnte und aktuelle Migrationsbewegungen wider.
Das BAMF betont, dass nicht alle Personen aus den berücksichtigten 23 Herkunftsländern praktizierende Muslime sind und dass Konversionen sowie Fortzüge die Zahlen beeinflussen können. Dennoch wächst der islamische Bevölkerungsanteil schneller als die Gesamtbevölkerung. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) spricht von einer „etablierten sozialen Realität“, die nicht ignoriert werden darf, und fordert „gleichberechtigte Teilhabe“.
Im Gegensatz dazu verlieren die christlichen Kirchen Mitglieder kontinuierlich: Ende 2025 gehörten noch 19,22 Millionen Menschen der katholischen und 17,4 Millionen der evangelischen Kirche an – insgesamt 36,62 Millionen oder 43,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2000 lag dieser Anteil über 50 Prozent (katholisch: 26,8 Millionen, evangelisch: 26,6 Millionen). In 25 Jahren haben die Kirchen somit 16,8 Millionen Mitglieder verloren.