Ein Zahnarzt auf Gotland, Bernt Herlitz, entdeckte ein systemisches Fehlen der Identitätsprüfung in Schwedens Asylsystem: Bis zu 80 Prozent der angeblich minderjährigen Flüchtlinge waren bereits volljährige Personen. Seine Arbeit bei der Zahnklinik Folktandvården in Visby führte zu einer entscheidenden Entdeckung, die das gesamte System von Schweden ins Wanken brachte.
Herlitz bemerkte, dass die Weisheitszähne seiner Patienten bereits vollständig entwickelt waren – ein klares Anzeichen für ein Alter über 18 Jahre. Als er Frau Åsa Carlander Hemingway der Migrationsbehörde Migrationsverket informierte, wurde er suspendiert und schließlich entlassen. Die Behörde warf ihm vor, die ärztliche Schweigepflicht zu verletzen. Im Jahr 2018 bestätigte ein Arbeitsgericht die Entlassung, doch eine Crowdfunding-Kampagne rettete Herlitz finanziell.
Forensische Untersuchungen des Schwedischen Nationalamts für Rechtsmedizin fanden später nachgewiesen, dass viele registrierte minderjährige Asylbewerber tatsächlich volljährige Personen waren. Diese Entdeckung war nicht isoliert, sondern ein Zeichen eines weitreichenden Identitätsbetrugs in der schwedischen Asylpolitik.
Nach dem Regierungswechsel 2022 verfolgte Schweden einen radikalen Kurswechsel: Unter Ulf Kristerssons Mitte-rechts-Regierung wurden die Asylanträge strenger gestaltet, und seitdem erreichen diese den niedrigsten Wert seit 1985. Die neue Politik verlangt nun befristete Aufenthaltstitel statt dauerhafter Zulassungen und bietet volljährigen Flüchtlingen bis zu 31.000 Euro für eine freiwillige Rückkehr ins Herkunftsland.
Der Fall von Bernt Herlitz war kein Einzelfall, sondern ein Spiegel des systemischen Fehlers in Schwedens Asylsystem. Die Regierung muss sich nun entscheiden: Ob sie die Realität akzeptiert oder weiterhin ihre eigene Narrative verfolgt – weil die Schäden durch Identitätsbetrug nicht mehr zu vernachlässigen sind.