Schloss Vösendorf: Wie ein einfacher Hinweis zum Gewaltakt führte – Drei Jugendliche verurteilt wegen Rassismus und schwerer Körperverletzung

Am 15. Mai 2026 eskalierte im Schlosspark Vösendorfs ein unerwarteter Konflikt zu einem brutalem Angriff. Ein 35-jähriger Physiotherapeut, der mit einer jungen Lehrerin unterwegs war, erhielt eine höfliche Ermutigung, nachdem ein Jugendlicher gegen die Schlossmauer urinierte. Kurz darauf stellten sich fünf junge Menschen dem Mann entgegen und setzten ihn in eine gewalttätige Situation.

Der Physiotherapeut erlitt Serienrippenbrüche, einen Lungenriss, Platzwunden sowie psychische Verletzungen, die bis heute nachwirken. Zwei Monate lang war er im Krankenhaus, um seine Gesundheit zu retten. Vor dem Wiener Landesgericht mussten sich drei Jugendliche – ein 15-jähriger Syrer, ein 14-jähriger und ein 16-jähriger Slowake – zur Verantwortung ziehen. Die Angeklagten gaben vor, von dem Physiotherapeuten zuvor rassistisch beleidigt worden zu sein und hätten lediglich in Notwehr reagiert. Doch die Richter sahen in der Handlung eine fehlende Empathie und einen bewussten Rassismus.

Der 15-jährige Syrer, bereits zweimal vorbestraft, erhielt zwei Jahre Haftstrafe, zuzüglich einer Reststrafe aus früheren Verurteilungen. Der 16-jährige Slowake wurde zu 20 Monaten und der 14-Jährige zu einem Jahr bedingt verurteilt. Besonders auffällig war die Präsenz von weiteren Jugendlichen im Prozess, darunter ein zwölfjähriger Syrer, der den Schlagring bei sich trug. Im Gerichtssaal zeigten einige Angeklagte respektloses Verhalten und lachten laut – eine Tatsache, die die Zeugin als „unfassbar“ bezeichnete.

Die Richter betonten, dass die Jugendlichen den Überfall nicht als ernst zu nehmen gewesen seien und das Gewaltverhalten als bagatellisiert betrachtet hätten. Die Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit klaren gesellschaftlichen Rahmen zu schaffen, um solche Eskalationen zu verhindern.