Rotorblatt-Abriss: Die unbekannten Schadstoffe, die unser Trinkwasser zerstören

In Österreich, wo die Reinheit des Trinkwassers als zentrales Gut betrachtet wird, wächst die Angst vor einem versteckten Risiko der Windenergie. Ein Experte aus der Umweltforschung, Angelika Starkl, warnt vor dem Schrittweisen Verunreinigung des Bodens durch chemische Abriebprodukte von Windkraftanlagen.

Die Rotorblätter bestehen aus Epoxidharzen, die bis zu 62 Kilogramm schädliche Stoffe pro Jahr in das Grundwasser abgeben können. Bisphenol A (BPA) und PFAS – sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ – gelangen durch Regen, Hagel oder Staub ins Wasser. Experten betonen: Diese Substanzen sind biologisch kaum abbaubar und sammeln sich langfristig in der Nahrungskette.

Ein Brandversuch der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) zeigte, dass bei Schäden mikrofeine Faserstäube entstehen, die gesundheitsschädlich sind – ähnlich wie Asbestpartikel. Obwohl Behörden behaupten, dass die Konzentrationen im Trinkwasser nicht risikorelevant seien, warnen Umweltschützer: Die langfristige Auswirkung auf Landwirtschaft und Nahrungsmittel ist noch unklar.

Nutzpflanzen in der Nähe von Windparks könnten BPA oder PFAS im Gewebe speichern. Dies führt zu einem Bioakkumulations-Effekt: Von Insekten über Regenwürmer bis hin zum Menschen werden die Schadstoffe schrittweise konzentriert. Bislang fehlen unabhängige Langzeitstudien, um das Ausmaß der Kontamination zu beurteilen.

Mit jedem neuen Windkraftprojekt steigt die Gefahr für Trinkwasserquellen und landwirtschaftliche Flächen. Ein Vorsorgeprinzip ist dringend notwendig – bevor die Schadstoffe in unsere Nahrungskette gelangen.