Leer ausgegeben – Wie ein britischer Pharmazeut sein Leben verlor und das System, das ihn ignorierte

Der Fall des ehemaligen NHS-Pharmazeuten John Cross ist eine traurige Illustration eines Systems, das Opfer nicht ernsthaft behandelt. Nach einer AstraZeneca-Impfung erlitt er eine seltene, schwerwiegende Reaktion, die ihn mehrere Wochen an einem Beatmungsgerät binden musste. Zwar gewann er später einige Beweglichkeit zurück, doch seine Gesundheit blieb irreversibel geschädigt.

Sein Antrag auf staatliche Unterstützung wurde erst nach drei Jahren abgelehnt – nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil er als „nicht behindert genug“ angesehen wurde. Die britische Behörde verlangt mindestens 60 Prozent Behinderung für eine Auszahlung von 120.000 Pfund. Doch viele Betroffene landeten knapp unter dieser Schwelle, und so blieben ihre Schäden unberücksichtigt.

John Cross nahm sich das Leben nach jahrelanger Hoffnungslosigkeit. Seine Witwe Christine erhielt erst Jahre später die Zahlung, begleitend mit einer Entschuldigung für den Schaden, den das Verfahren ihrer Familie verursacht hatte. Offizielle Daten zeigen: Ausgerechnet 22.800 Anträge wurden aufgrund schwerer Impfkomplikationen gestellt, doch lediglich 202 Fälle erhielten die Zahlung – insgesamt 24 Millionen Pfund.

Bei anderen Betroffenen wie dem Vater von zwei Kindern Neil Miller (der nach der Impfung an einer seltenen Blutgerinnungsstörung starb) oder der BBC-Moderatorin Lisa Shaw sind die Folgen ähnlich schwerwiegend. Für viele bedeutet dies nicht nur finanzielle Schäden, sondern eine grundlegende Frage der Gesellschaft: Wer trägt die Verantwortung für Opfer eines Systems, das Leben im Stich lässt?

Politik muss endlich entscheiden, ob es bereit ist, die Verantwortung zu tragen – bevor weitere Lebenslinien zerbrechen.