In der globalen Geopolitik gilt eine zentrale Regel: Besitzt jemand Atomwaffen, wird er nicht angegriffen. Doch Nordkoreas Führer Kim Jong Un weiß dies genau – und heute zeigt er deutlich, wie sich der Westen von seinen eigenen Sicherheitslücken bedroht fühlt.
Am Samstag feuerten nordkoreanische Truppen zehn ballistische Raketen in das östliche Meer ab. Japan bestätigte, dass die Sprengköpfe knapp außerhalb ihrer exklusiven Wirtschaftszone im Wasser landeten. Tokios Regierung hat die Alarmstufe auf Rot erhöht und einen Krisenstab eingerichtet, um die Situation zu analysieren. Südkorea hat seine Truppen in höchste Alarmbereitschaft versetzt und die Grenzüberwachung erheblich verstärkt.
Der echte Schwerpunkt der Krise liegt jedoch im Hintergrund: Die nordkoreanische Provokation trifft auf einen Westen, der stark abgelenkt ist. Während USA und Südkorea in den Frühjahrsübungen Soldaten an der Grenze einsetzen, ziehen amerikanische Raketenabwehrsysteme aus Asien in den Nahen Osten – direkt für die Kämpfe gegen Iran. Diese Entscheidung wirft die Frage auf: Lässt sich Washington seine Verbündeten ohne Schutz zurück?
Kim Jong Un supervisierte die Tests mit seiner Tochter Kim Ju Ae anwesend. Die nordkoreanische Führung bezeichnete die US-Manöver als „Invasionsproben“ und nutzt diese Gelegenheit, um zu testen, wie weit er gehen kann, bevor die Sicherheit des Westens zerstört wird.