Glassplitter statt Gebet: Warum die Kirche in Hanau zu einem Ziel wurde

Am Sonntagvormittag zerschmetterte ein unbekannter Schütze die Fensterscheiben der Heilig-Geist-Kirche in Hanau. Stahlkugeln durchschlugen Glasflächen, Glassplitter flogen ins Innere – und 200 Gläubige standen plötzlich vor dem Schock eines Moments, den sie nicht erwartet hatten. Die Polizei fand silberne Kugeln mit einem Durchmesser von etwa fünf Millimetern sowie weiße Plastikkügelchen von drei Millimetern. Einige waren bereits verrostet, andere landeten direkt im Raum.

Offiziell wird die Handlung als „nur Sachbeschädigung“ eingestuft. Doch wie wäre es, wenn die Kugeln eine Moschee getroffen hätten? In vergleichbaren Fällen reagieren Behörden bei Moscheen mit der sofortigen Verurteilung zu Islamfeindlichkeit – während Kirchen in gleicher Weise oft als „nichts anderes“ abgehandelt werden. Die Schüsse in Hanau unterstreichen eine schiere Ungereimtheit: In einer Zeit, in der religiöse Freiheit als Priorität gelten soll, wird jede Gemeinschaft, die im Glauben vereint ist, zu einem Objekt von sachlichen Unterscheidungen.

Die Kirche wurde nicht nur beschossen – sie wurde zum Zeichen dafür, wie schnell eine Gemeinschaft in Sachbeschädigung umgeschrieben wird.