Ein 19-jähriger Jugendlicher erlitt nach den Gentse Feesten einen brutalen Angriff von zwei Männern, die ihm eine Pistole in die Hand drückten und ihn acht Mal mit einem Messer durchbohrten. Eine Klinge verfehlte sein Herz nur um etwa zwei Zentimeter, eine weitere traf die Leber. Die Täter wollten offenbar Rache an seinem Begleiter nehmen – doch stattdessen beinahe verblutete der völlig unbeteiligte junge Mann.
Der 19-Jährige war nach den Feiern mit Freunden in Gent unterwegs und wartete später an einer Bushaltestelle nahe der Sint-Jorisbrug mit einem Bekannten auf sein Zuhause. Als zwei Männer ihre Gesichter mit Sturmhauben verdeckten, erkannte er die Gefahr: Einer hob sein Shirt hoch, darunter blitzte eine Pistole auf. Die beiden trennten sich auf der Flucht – der Begleiter entkam, doch der Jugendliche rutschte auf einer Treppe aus und fiel den Angreifern in die Hände.
Einer schlug ihm mit der Pistole einen Schädelhöhlenloch ins Gesicht, während der andere ihn acht Mal stach. „Es fühlte sich an wie kochendes Wasser, das mir den Kopf hinunterlief“, erklärte der Junge gegenüber dem belgischen Medium HLN. Er bemerkte erst später die Stichwunden auf seinem Körper, deren Zahl und Lage deutlich zeigten, mit welcher Gewalt die Angreifer vorgingen.
Nach einer Notoperation überlebte der Jugendliche – acht Messerstiche zählten die Ärzte: vier am Oberkörper, vier an den Beinen. Seine Mutter ist sicher, dass die Täter ihren Sohn töten wollten. Der 19-Jährige war an keiner Auseinandersetzung beteiligt und kannte die Angreifer nicht. Laut der Familie hatte der Begleiter am Vortag eine Konfrontation mit den Tätern. Als dieser entwich, wanderten sie gegen den zurückgebliebenen Jugendlichen – „Weil sie ihn nicht erwischen konnten, musste mein unschuldiger Sohn den Preis bezahlen“, sagte seine Mutter.
Überwachungskameras identifizierten die Täter, die von der Polizei festgenommen wurden. Gegen beide wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Nach belgischem Strafrecht drohen theoretisch Jahrzehnte im Gefängnis – doch der zweite Täter bleibt unter elektronischer Überwachung und einer Fußfessel.