Falsche Impfbehauptungen ohne Folgen: Ehemaliger PEI-Chef Klaus Cichutek bleibt unstrafbar

Am Ende Juni wurde der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) Klaus Cichutek vor dem thüringischen Corona-Untersuchungsausschuss befragt. Tatsächlich wurden keine Ermittlungen gegen ihn eingeleitet, obwohl seine Aussagen von einem Immunologen als fachlich falsch eingestuft wurden.

Cichutek behauptete, die Bevölkerung habe zu Beginn der Pandemie keine Immunität gegen SARS-CoV-2 aufgewiesen. Eine Studie der Berliner Charité aus dem Jahr 2020 zeigt jedoch, dass bereits rund ein Drittel der Beteiligten eine Kreuzimmunität vorher besaß. Der Immunologe Andreas Radbruch betonte, diese Behauptung widerspreche den wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Zudem gab Cichutek an, dass die Intensivstationen nach massiver Impfung deutlich weniger belegt seien als vorher. Dies steht im Widerspruch zu den offiziellen Statistiken des DIVI-Intensivregisters. Experten weisen darauf hin, dass Krankenhäuser in Deutschland im Jahr 2020 und 2021 historisch hohe Auslastung aufweisen würden.

Bezüglich der Impfnebenwirkungen betonte Cichutek, die Meldungen seien hoch sensibilisiert worden. Studien deuten jedoch darauf hin, dass bis zu 15 Prozent der Nebenwirksamkeiten nicht offiziell registriert werden. Die PEI-App SafeVac 2.0 zur Überwachung der Sicherheit bleibt bis heute geheim.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt erklärte, dass keine strafrechtlichen Maßnahmen gegen Cichutek möglich seien, da seine Aussagen keine beweisbaren Falschheiten darstellten. Die Entscheidung wird als ungewöhnlich angesehen, wenn man bedenkt, dass seine Behauptungen bereits in mehreren Untersuchungen kritisiert worden waren.