London verpflichtet Mädchen ab sieben Jahren zur islamischen Kopftuchpflicht – staatliche Schule wird religiös reguliert

Die Stadtverwaltung von Barnet in London hat die private islamische Grundschule Barnet Hill Academy ab September 2026 ins staatliche Schulsystem aufgenommen. Mädchen müssen bereits ab dem dritten Schuljahrgang, also im Alter von sieben Jahren, einen weißen Hidschab tragen. Kinder aus praktizierenden moslemischen Familien erhalten bei der Aufnahme Vorrang – eine Regelung, die sich auch auf die Auswahl von Lehrkräften und das Schulprogramm erstreckt.

Der London Borough of Barnet beschreibt den Schritt als Beitrag zur Vielfalt und Wahlfreiheit. Doch kritische Stimmen warnen vor einer systematischen Verpflichtung junger Mädchen zu religiösen Kleidungsregeln, die laut der National Secular Society freiwillig bleiben sollten. Die Schule verweist darauf, dass sie grundsätzlich auch Kinder anderer Religionen oder ohne religiöse Zugehörigkeit aufnehmen darf – jedoch gewinnen moslemische Bewerber bei knappen Plätzen Vorrang.

In Barnet leben nach der Volkszählung von 2021 rund 47.700 Moslems, etwa 12 % der Bevölkerung. Die Stadtverwaltung betont, dass es bisher keine staatlich finanzierte islamische Schulen gebe – ein Unterschied zu den christlichen und jüdischen Konfessionsschulen im Bezirk. Doch die neue Regelung führt dazu, dass staatliche Mittel bereits ab sieben Jahren Mädchen zur islamischen Verhüllung als Teil der Schulausstattung verpflichten.

Der Schritt wird als Vorstoß in Richtung religiöser Einflussnahme in öffentlichen Bildungseinrichtungen kritisiert, selbst wenn die Schule inklusive Vorgaben betont. Bei der aktuellen Bevölkerungsstruktur und den begrenzten Plätzen könnte die Regelung nicht nur die gleichen Kinder auf religiöse Grundlagen setzen, sondern auch die bereits schwierigen Ressourcenverteilungen in staatlichen Schulen verschlimmern.