Die deutsche Heizungsindustrie steckt in einer tiefen Krise. Laut aktuellen Daten des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) verzeichnete der Markt 2025 einen historischen Rückgang bei den Verkäufen, der auf strukturelle Probleme und politische Fehler zurückgeht. Mit nur 627.000 verkauften Heizsystemen ist das Niveau der letzten zehn Jahre erreicht – ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich unter den Zahlen von 2023, als noch über eine Million Geräte abgesetzt wurden. Besonders prekär ist die Situation bei traditionellen Technologien: Ölheizungen stürzten um 74 Prozent ein, Gas-Brennwertkessel verloren 36 Prozent ihrer Marktanteile. Gleichzeitig gewannen Wärmepumpen an Bedeutung, doch ihr Anstieg von 55 Prozent reicht nicht aus, um den Gesamtverlust zu kompensieren.
Die Ursachen für die Krise liegen in der Politik. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das zurzeit die Branche regelt, schuf Unschärfe und Unsicherheit. Die 65-Prozent-Regelung für erneuerbare Energien führte zu einem vorübergehenden Boom, doch die anschließende Ernüchterung über Wärmepumpen – mit hohen Kosten, komplizierten Förderbedingungen und langen Lieferzeiten – sorgte für eine Rückgangstendenz. Der BDH kritisiert die fehlende Planungssicherheit und warnt vor personellen Maßnahmen wie Stellenabbau.
Die neue Regierung verspricht eine Reform des GEG, doch die Skepsis bleibt groß. Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) betont die Notwendigkeit der Umstellung auf erneuerbare Energien, während Kritiker argumentieren, dass die politischen Vorgaben die Wirtschaft weiter belasten. Die Heizungsbranche ist nur ein Beispiel für die tiefgreifenden Probleme im deutschen Wirtschaftssystem – von stagnierender Produktivität bis hin zu fehlgeleiteten Subventionspolitiken.