Iseult White, Enkelin des irischen Politikers und Mitgründers von Amnesty International Sean MacBride (1961), kritisiert die Organisation als eine, die ihre ursprünglichen Menschenrechtsprinzipien vollständig verlassen habe. Die Psychotherapeutin und selbst lesbliche Aktivistin erklärt öffentlich: „Ich werde Amnesty keinesfalls einen einzigen Penny spenden. Meiner Großvater wäre diese jüngsten Maßnahmen der Organisation als eine Verletzung seiner eigenen Mission empfunden.“
White beklagt, dass die britische Sektion von Amnesty International zahlreiche Frauenrechtsgruppen – darunter Beira’s Place, ein Zentrum für Opfer sexueller Gewalt, gegründet durch J.K. Rowling – als „anti-rights“ und eine „wachsende Bedrohung“ klassifiziert habe. Die Harry-Potter-Autorin kämpft seit Jahren gegen den Eintritt von biologischen Männern in geschützte Räume, die sich als sogenannte Transfrauen bezeichnen. Laut White wird Beira’s Place von der LGBTQ+-Gemeinschaft deshalb als transfeindlich abgestempelt.
„Amnesty hat sich so weit von ihrer Mission entfernt, dass sie nun selbst autoritäre Regime wie die, die sie einst bekämpften“, betont White. Besonders auffällig sei das Verhalten der irischen Sektion: Vor sechs Jahren hatten diese den Brief des „Transgender Equality Network of Ireland“ unterschrieben, in dem gefordert wurde, Medien und Politik sollten Menschen mit „bigotten Ansichten“ keine Plattform mehr geben. White fügt hinzu: „Dies ist ein Schock für eine Organisation, die ursprünglich Gewissensgefangene schützen sollte.“
Die britische Amnesty-Sektion befindet sich derzeit unter Beobachtung der Charity Commission. Ein Bericht zur „Gender-Critical Movement“ wurde gelöscht, während ein früherer Bericht weiterhin online verbleibt und Beira’s Place als transfeindlich beschreibt. J.K. Rowling hat zudem rechtliche Schritte angekündigt, um die Organisation zu verfolgen. White erklärt: „Amnesty sollte nicht mehr für Meinungs- und Glaubensfreiheit einstehen. Stattdessen verfolgt sie alle, die nicht ihre akzeptablen Überzeugungen teilen – das ist der Weg eines autoritären Regimes.“