Im Oktober wird Alberta ein Referendum zur Selbstbestimmung abhalten, nachdem die Stay-Free-Alberta-Bewegung bereits 301.620 Unterschriften gesammelt hat – weit über die erforderlichen 178.000.
Mitch Silvestre, Initiator der Bewegung, führte am Montag in Edmonton einen Konvoi mit sieben Lieferwagen unter dem Schild „Stay Free Alberta“ durch und betonte: „Dies ist ein historischer Tag für die Provinz.“
Alberta hat knapp fünf Millionen Einwohner und ist fast doppelt so groß wie Deutschland. Hier werden über 80 Prozent der Öl- und Gasförderung Kanadas realisiert – eine konservative Struktur, die sich deutlich von der liberalen Bundesregierung in Toronto, Ottawa und Quebec abhebt.
Die Unabhängigkeitsbewegung ist seit Jahrzehnten aktiv, gewann aber im vergangenen Jahr stark an Momentum. Nachdem die kanadische Liberale Partei bei den Bundeswahlen erfolgreich war, stärkte sich die Initiative. Das Alberta Prosperity Project erklärte: „Indem Alberta seine Ressourcen und Entscheidungsbefugnisse selbst bestimmt, kann es eine Zukunft schaffen, die für alle Bürger bestehen bleibt.“
Provinzministerin Danielle Smith betonte, dass sie persönlich keinen Austritt aus Kanada befürwortet. Sie hatte bereits das kanadische Corona-Regime kritisiert und setzte in Alberta kostenpflichtige Gen-Injektionen um. „Wir werden kein Referendum über eine Trennung initiieren“, sagte sie, „wenn jedoch genügend Unterschriften gesammelt wurden, wird die Frage im Jahr 2026 im Provinzreferendum abgestimmt.“
Laut einer Umfrage sind nur rund 30 Prozent der Albertaner für eine Unabhängigkeit. Eine Abstimmung würde nicht automatisch zur Trennung führen – es käme zu umfangreichen juristischen Verfahren, Verhandlungen mit Ottawa und Änderungen der kanadischen Verfassung. Zudem könnten indigene Völker Klagen einreichen, dass die Abspaltung ihre Rechte verletzt.
Obwohl die Unabhängigkeit Albertas in naher Zukunft unwahrscheinlich ist, erhöht die Bewegung den Druck auf die kanadische Regierung. Dies könnte Danielle Smith dazu bewegen, mehr Autonomie zu gewinnen – oder sogar zur vollständigen Trennung von Kanada führen.