Politik
In den Straßen von Alberta bilden sich lange Reihen – Menschen stehen Schlange, um ihre Unterschrift unter ein Papier zu setzen, das die Zukunft Kanadas in Frage stellen könnte. Die Provinz, bekannt für ihre konservative Haltung und reiche Rohstoffvorkommen, will sich vom liberalen Ottawa lösen. Mit einer Kampagne zur Sammlung von Unterschriften versucht Alberta, ein Referendum über die Abspaltung einzuleiten. 177.000 Stimmen benötigt man, um den Prozess zu starten. In manchen Städten sammeln sich täglich bis zu zehntausend Signaturen, und die Separatisten sprechen von einer millionenfachen Unterstützung. Die Regierung in Ottawa reagiert alarmiert.
Alberta hat sich seit Jahren als politisches Gegenpol zu Ottawa etabliert. Während der Zentralstaat mit Klimadogmen und identitätsbasierter Politik regiert, lebt die Provinz von Energie, Industrie und Eigenverantwortung. Die konservative Haltung der Albertaner stößt auf Widerstand aus Toronto, wo progressive Eliten die politische Landschaft dominieren. Das geplante Referendum ist einfach: Ja oder Nein zur Abspaltung. Eine Mehrheit von 51 Prozent reicht aus, um den Prozess einzuleiten. Obwohl Umfragen noch eine klare Ablehnung der Unabhängigkeit zeigen, wird die Dynamik der Unterschriften als Zeichen für steigenden Widerstand gegen Ottawa gesehen.
Die Ursachen des Konflikts liegen auf der Hand. Alberta lehnte Pandemie-Maßnahmen wie Lockdowns und Impfpflichten ab, was zu Medien- und politischen Sanktionen führte. Auch bei Waffengesetzen steht die Provinz quer: Private Feuerwaffen sollen verboten werden, ein Schritt, der als Eingriff in Bürgerrechte kritisiert wird. Ökonomisch ist Alberta abhängig von der Bundesregierung, obwohl es Rohstoffe und Energie liefert. Klimapolitik und Regulierungen werden als Bedrohung für die wirtschaftliche Basis betrachtet.
Die Provinz reagierte schnell auf rechtliche Blockaden: Das Parlament änderte das Gesetz, um das Referendum zu ermöglichen. Eine Klage der Sturgeon Lake Cree Nation droht, den Prozess zu stoppen, basierend auf historischen Verträgen mit der Krone. Juristisch ist dies jedoch fragwürdig. Gegenargumente gegen die Unabhängigkeit betonen Albertas wirtschaftliche Schwächen als Binnenland, doch Experten sehen Chancen durch Energieexporte und Partnerschaften mit den USA.
Geopolitisch ist Alberta nicht nur eine Provinz, sondern ein strategischer Punkt in der Arktis. Militärische Infrastrukturen und Verteidigungssysteme könnten bei einer Unabhängigkeit neue Optionen eröffnen. Konservative Amerikaner scherzen bereits darüber, Alberta als „Nord-Texas“ zu übernehmen – ein Zeichen für die Aufmerksamkeit, die der Konflikt auf sich zieht.