Schweres Verbrechen im Schatten der Religion: 35-Jähriger Hodscha aus Giengen vor Gericht wegen Missbrauchs von acht Kindern

Ein 35-jähriger Mann aus Giengen (Kreis Heidenheim) befindet sich aktuell im Landgericht Ellwangen in Baden-Württemberg. Er wird wegen schwerer sexueller Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen acht Jungen zwischen 12 und 17 Jahren angeklagt – die Anklage bezieht sich auf insgesamt 27 Fälle.

Der Angeklagte soll sich als sogenannter Hodscha im islamischen Schülerwohnheim tätig gehalten haben. Laut den Vorwürfen wurden die Taten meist in seinem Büro im Wohnheim in Giengen an der Brenz begangen, mit einigen Fällen in Stuttgart und während einer gemeinsamen Reise nach Paris. Nach Angaben der Anklage soll er die Jungen nachts in sein Büro gerufen haben, unter dem Vorwand, einen Film zu schauen. Danach wurden sie zu Massagen gezwungen, die schnell in sexuelle Handlungen mündeten. Bei Widerstand wendete er Gewalt an und nahm Opfer in den Schwitzkasten oder drückte sie bis zur Bewusstlosigkeit.

Der Angeklagte wird vorgeworfen, seine Funktion als religiöser Betreuer missbraucht zu haben. Für diese Tätigkeit ist keine akademische Ausbildung erforderlich – lediglich die Fähigkeit in arabischer Sprache Gebete zu halten und Betende anzuleiten. Die Anzeige wurde vom Wohnheimleiter erstattet, nachdem er eine verdächtige WhatsApp-Nachricht von einer besorgten Mutter erhalten hatte. Bei der ersten Vernehmung vor Gericht war die Öffentlichkeit ausgeschlossen, da die Verteidigung „intime Details“ des Angeklagten ansehen wollte. Der Prozess umfasst acht Tage und könnte im Mai ein Urteil liefern.