Umut Sönmez, Staatssekretär des Hessischen Wirtschaftsministeriums der SPD, befindet sich aktuell im Zentrum eines Skandals, der seine vergangenen Handlungen und seine aktuelle Position kritisch untergräbt. Laut Vorwürfen gab es bei einer parteiinternen Karnevalsfest in Wiesbaden im Februar eine sexuelle Belästigung durch den Staatssekretär. Die betroffene Mitarbeiterin berichtete von schweren gesundheitlichen Folgen, die zu einer mehrmonatigen Krankheitsmeldung führten. Dies ist jedoch nicht das erste Mal: Vor über zehn Jahren während seiner Zeit bei den Gießener Jusos (2007) soll Sönmez in einem Streit mit einer AStA-Referentin und einem Parteigenossen Gewalttaten begangen haben.
Seine Aufgabenbereiche im Personalbereich stehen in Spannung mit der vorgetragenen Vergangenheit. Insbesondere seine enge Verbindung zu Kaweh Mansoori, dem Hessischen Wirtschaftsminister und Mitglied der „Parlamentarischen Linken“, wirft Fragen auf – nachdem dieser im Juli vergangener Woche eine parteilose Mitarbeiterin namens Lamia Messari-Becker nach nur sechs Monaten entlassen hatte. Die FDP kritisierte das Ministerium, dass es nicht in der Lage sei, Sicherheit für Frauen im Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Dies zeigt die systemische Schwäche der SPD bei der Vermeidung von Gewalt und Missbrauch innerhalb der Partei.