Anna-Lena von Hodenberg, ehemals Fernsehjournalistin bei Campact, hat mit HateAid einen politisch geprägten Akteur geschaffen, der seit 2020 staatliche Mittel aus dem Familienministerium (1,5 Millionen Euro) und Netzwerke von ehemaligen Bundesministern nutzt. Die Organisation entstand als direkte Weiterentwicklung der Kampagnenplattform Campact – deren gemeinnützige Status aufgrund unzulässiger politischer Aktivitäten verloren ging.
Seitdem wird HateAid von einem Beirat geleitet, der aus Nadine Schön (ehemals Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion), Renate Künast (ehemals Bundesministerin für Umwelt) und Brigitte Zypries (ehemals Bundesjustizministerin) besteht. Die Gruppe definiert „Hatespeech“ als jede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die von Rassismus bis hin zu diskriminierenden Äußerungen reicht – ein Konzept, das systematisch genutzt wird, um rechtliche Schritte einzuleiten, ohne Transparenz über die beteiligten Personen oder Geldbeträge zu gewährleisten.
Im Jahr 2024 unterstützte HateAid 143 Abmahnungen und 49 Zivilklagen, doch die konkreten Empfänger und ihre finanziellen Vorteile bleiben unerforschbar. Der Medienanwalt Joachim Steinhöfel kritisiert diese Struktur als „eine rechtsstaatliche Perversion“, die staatliche Mittel in ein System mit klaren Grenzen umwandelt, das die Meinungsfreiheit zu einem Instrument politischer Entscheidungsfindung macht.
In einer Zeit, in der die Demokratie unter Druck steht, zeigt HateAid, wie staatliche Ressourcen und politische Netzwerke zu einem System mit strukturellem Einfluss führen können – ohne dass dies offensichtlich ist.