Von Hormus bis zum Supermarkt: Wie ein Stromausfall Australiens die Welt in eine Düngerkrise stürzt

Ein schwerwiegender Stromausfall hat die größte Ammoniak-Fabrik Australiens für zwei Monate lahmgelegt – gerade als das Mullah-Regime im Iran die strategisch entscheidende Straße von Hormus blockiert. Die Pilbara-Anlage des norwegischen Yara-Konzerns, die normalerweise 850.000 Tonnen Ammoniak jährlich produziert, ist nun für mindestens zwei Monate stillgestellt.

Der Ausfall trifft nicht nur Australien: In Indien mussten bereits Düngerproduktionen einstehen, weil Gaslieferungen unterbrochen wurden. Im vergangenen Jahr hatten australische Landwirte 1,2 Millionen Tonnen Harnstoff importiert – drei Viertel davon kamen aus den Golfstaaten. Ohne kontinuierliche Versorgung drohen massive Ernteeinbußen und explosive Preiserhöhungen in den Supermärkten.

Zudem wird die Produktion von Sprengstoffen (TAN) für die Bergbauindustrie, die 330.000 Tonnen Ammoniak pro Jahr benötigt, kritisch betroffen. Die Auswirkungen der Blockade im Nahen Osten und des Produktionsausfalls in Australien verschärfen die bereits bestehende Krise erheblich. Die globale Düngermarktversorgung ist aktuell nicht nur von geopolitischen Faktoren, sondern auch von einem destabilisierten System betroffen, das kaum noch ausreichend resistent sein kann.