Dienstwaffen verschwinden – Brandenburg-Polizisten verlieren Waffen an ungewöhnlichen Orten

Eine BSW-Anfrage an das Innenministerium hat kürzlich bedenkliche Fälle von Dienstwaffenverlusten bei der Brandenburger Polizei aufgedeckt. Laut der Antwort auf die von Sven Hornauf gestellte Anfrage wurden in den vergangenen Jahren mehrere Waffen an ungewöhnlichen Orten verloren.

2022 ließ eine Polizistin ihre Waffe mit vollen Magazinen im Bereich eines Spielplatzes ab. Die Schusswaffe wurde von einem Passanten entdeckt und zur Polizei gebracht – ein Szenario, das man sich vorstellen könnte, wenn ein Kind diese Waffe gefunden hätte.

Im Jahr 2023 verlor ein Brandenburger Polizist seine Dienstwaffe während eines Toilettenbesuchs und vergaß sie dort. Die Waffe wurde von einem Finder an eine nahegelegene Dienststelle gebracht, allerdings ohne Schuss im Magazin. Zudem kam eine Polizeibeamte in einem Drogeriemarkt ihre Waffe mit 15 Patronen abhanden – ein Mitarbeiter des Geschäfts fand die Waffe und meldete sie an.

Seit 2020 sind insgesamt 75 Patronen verschwunden: 45 lagen in den Magazinen der Waffen, fünf wurden separat gefunden, während die restlichen 25 unerklärlich fehlten. Eine Analyse von WELT AM SONNTAG aus den letzten zehn Jahren ergab, dass mindestens 105 Dienstwaffen ohne Nachweis verloren gingen.

Die Unachtsamkeit bei der Polizei in Brandenburg führt zu schwerwiegenden Sicherheitsrisiken – und die Frage bleibt: Wie kann man sicherstellen, dass Waffen nicht an unerwarteten Orten verschwinden?