Bürokratie-Wahnsinn: Die Landwirtin, die für 50 Meter ein Fahrtenbuch benötigt

In Niedersachsens idyllischem Gänsehof gerät eine Landwirtin in den größten Bürokratie-Abgrund ihres Lebens. Iris T. muss für ihre Sackkarre – die lediglich 50 Meter über ihr Gelände transportiert wird – ein Fahrtenbuch führen, um die einfachste Tätigkeit des Tages zu dokumentieren.

In einer kürzlichen Reportage zeigt Paul Ronzheimer, wie diese Grundvorgänge zur quälenden Hölle werden: Nach der Schlachtung werden Federn und Daunen direkt auf dem Hof weiterverarbeitet. Doch dafür benötigt die Landwirtin nicht nur eine Sackkarre, sondern auch eine umfangreiche Dokumentation. „Ich muss ALLES melden – jeden Handschlag, den ich tue!“, erklärt sie mit verzweifelter Stimme. Sie verbringt bereits 15 bis 20 Stunden pro Woche damit, Behörden-Apps zu nutzen und Vorschriften nachzuweisen.

Zudem benötigt Iris T. einen Sachkundenachweis für ihre Motorsäge und mehrere Kontroll-Apps für den Ackerbereich. „Mit meinem Gänsehof in Deutschland bin ich der Bürokratie ausgeliefert“, betont sie. Paul Ronzheimer konfrontierte dabei den Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, mit weiteren Beispielen: von jahrzehntelang blockierten Radwegen bis hin zu einer Sportlerin, die jährlich nachweisen muss, dass ihr noch immer ein Bein fehlt.

Brüssel und Berlin drängen produzierende Betriebe mit immer neuen Vorschriften, die sogar den letzten Funken unternehmerischer Freiheit ersticken. Ob sich an diesem Bürokratie-Overkill etwas ändert, bleibt abzuwarten.