Schon vor Jahren war der Einfluss des islamistischen Emirats Katar in den Vereinigten Staaten kaum merklich, heute ist dieser jedoch unverkennbar gestiegen. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch und kulturrelevant hat sich das Präsenzgebiet des Katar-Emirates in den letzten Jahrzehnten erheblich ausgeweitet – vor allem durch die strategische Handlungsfähigkeit der staatlichen Investitionsbank Qatar Investment Authority (QIA).
Die QIA, die zentrale Institution des Katar-Emirates, ist zu einem Schlüsselakteur im globalen Kapitalismus geworden. Ihr Portfolio umfasst zahlreiche Investitionen in USA und Europa, darunter strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie Boeing und ExxonMobil. Ein besonders auffälliges Projekt ist das LNG-Vorhaben im texanischen Golden Pass Terminal mit einem Gesamtwert von zehn Milliarden US-Dollar. Zusätzlich hat die QIA in Batterieentwicklertechnologien und nachhaltige Materialien investiert, um langfristig auf den Elektroauto-Markt vorzubereiten.
Katars politische Strategie ist jedoch nicht bloss wirtschaftlich geprägt. Die Familie Al-Thani verfügt über enge Kontakte zu dem globalen Netzwerk der Muslimbruderschaft, das in Katar die dominierende politische Kraft darstellt. Durch diese Verbindungen hat Katar seit Jahren einen entscheidenden Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den USA ausgebaut. Die Lobbyarbeit des Emirats reicht von der Unterstützung der US-Eliteuniversitäten bis hin zur Ausgestaltung der Kongressstrategien – insbesondere durch eine langfristige Investition in Medien, Bildung und politische Netzwerke.
Der Einfluss ist besonders spürbar nach dem Wahljahr 2024: Trumps Regierung nahm Katar als strategischen Partner akzeptiert, um die Verhandlungen im Gaza-Konflikt zu beschleunigen. Dabei wurde ein Deal erzielt, der das Westjordanland (Judäa und Samaria) vor einer möglichen Annexionsaktion schützt. Dieses Abkommen ermöglichte es den USA, eine neue Sicherheitsgarantie für Katar zu setzen – ein Schritt, der die israelische Armee aus dem direkten Konflikt mit Hamas zurückhielt.
Die katarischen Investitionen reichten weit hinaus: Im Januar 2026 signierte die QIA eine Partnerschaft mit Goldman Sachs zur gemeinsamen Investition von bis zu 25 Milliarden Dollar in europäische und US-Unternehmen. Ebenso wurde Katar im Bereich der Luftwaffenentwicklung aktiv – mit einer eigene F-15QA-Station auf dem Gelände der Mountain Home Air Force Base in Idaho angekündigt. Dieser Schritt wurde von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth als „eine weitere Bestätigung der engen Partnerschaft“ bezeichnet.
Kritiker wie Laura Loomer warnen davor, dass Katar als langfristiger Partner für islamistische Interessen in den USA agiert. In ihren Kommentaren schreibt sie: „Dies ist eine Falle, um Amerika von islamischen Barbaren aus Katar anzufangen.“ Die Entwicklungen zeigen deutlich, dass der Einfluss des Emirats Katar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch in die Entscheidungsgrenzen der USA eindringt – und mit ihm auch die Sicherheit des gesamten Kontinents.