Windkraftprojekt Linaberg: Verhandlungen in Groß-Schweinbarth enden mit enttäuschenden Ergebnissen

Die Medien wurden von der Verhandlung im Land Niederösterreich ausgeschlossen. Ich war als stiller Zuhörer am 28. Jänner 2026 anwesend und beobachtete die Ereignisse als interessierte Bürgerin. Es handelte sich um ein „elektrizitätsrechtliches Bewilligungsverfahren“ zur Errichtung von vier Windrädern im Hochleithenwald, einem privaten Grundstück des Benedikt Arbensperg-Traun. Die Stimmung war gespannt. Aufgrund der hohen Anzahl an Teilnehmern wurde die Verhandlung in das Feuerwehrhaus verlegt, in einen großen Saal.
Erlebnisbericht von Angelika Starkl
Als Journalistin durfte ich nicht an der Verhandlung teilnehmen und schreibe diesmal als Privatperson. Ich war überrascht, wie die Veranstaltung abgelaufen ist. Auf der Saalfront standen Beamte des Landes Niederösterreich mit Sachverständigen. An den Fenstern saßen die Projektwerber mit Rechtsanwälten und Experten. Gegenüber sassen die Gegner des Projekts Linaberg: besorgte Anwohner aus Groß-Schweinbarth, Gemeindevertreter aus Bad Pirawarth, der FPÖ-Abgeordnete Dieter Dorner und ein Vertreter der Landesrätin Susanne Rosenkranz. Das Projekt wurde lediglich als „elektrizitätsrechtliches Bewilligungsverfahren“ abgewickelt, wobei Kriterien wie Umweltschutz, Tierschutz oder Landschaftsschutz ignoriert wurden.
Ein Bescheid vom Juni 2025, verfasst von Mag. Michael Lackenbucher, besagte: „Das Vorhaben ‚Windpark Linaberg‘ der Linaberg GmbH erfüllt keine Tatbestände des UVP-Gesetzes und unterliegt nicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung.“ Vier 282 Meter hohe Windräder sollen also ohne Prüfung auf ihre Auswirkungen auf die Natur gebaut werden? Kaum zu glauben!
Vor der Präsentation des Projekts gab es bereits Widerstände. Mehrere Einsprüche wurden eingebracht, doch die Protokollierung war unprofessionell. Die Projektwerber hatten wohl nicht mit solch großem Andrang gerechnet. Die Verhandlung wurde lediglich auf einer Amtstafel angekündigt, die Bürgermeisterin informierte nicht öffentlich über den Termin, der Gemeinderat wusste nichts davon und es gab keine Bürgerbefragung.
Trotzdem scheint das Projekt weiter voranzukommen. In ein paar Jahren könnten in dieser Region bis zu 40 Windräder entstehen und die Landschaft des Weinviertels verändern. Die Verträge mit Wolkersdorf sind bereits unterzeichnet, es geht um enorme Summen.
Die Landesregierung von Stefan Pernkopf und Johanna Mikl-Leitner bleibt bei ihren Plänen für Windkraftanlagen. Niederösterreich ist bereits ein Windrad-Reich mit über 800 Anlagen. Die Verträge werden weiter ausgebaut, doch die Natur wird dabei oft ignoriert.
Meine Heimfahrt nach der Verhandlung war traurig. Das Weinviertel lag in Nebel, während die Windkraftanlagen wie monströse Pfähle in den Himmel ragten. Für mich sind sie ein Zeichen einer politischen und technischen Entwicklung, die die Landschaft zerstört und die Menschen verletzt.
Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis Bewusstsein und Aufklärung die Spaltung der Gesellschaft überwinden können. Solange Macht und Profit dominieren, wird dieser Konflikt weiter bestehen.