„Grüne Täuschung“: Papierstrohhalme belasten die Umwelt stärker als Plastik

Schon seit fünf Jahren ist der Einsatz von Einwegplastikstrohhalmen in Europa verboten. Doch anstelle einer nachhaltigen Lösung werden Verbraucher mit Pappe konfrontiert, deren Umweltauswirkungen laut neuester Forschung deutlich schwerwiegender sind als beim traditionellen Kunststoff.

Eine Studie der Korean Society for Life Cycle Assessment (Korean Society for Life Cycle Assessment) im Auftrag des südkoreanischen Ministeriums für Klima, Energie und Umwelt zeigt: Gewöhnliche Plastikstrohhalme dominieren in zehn von 16 getesteten Umweltbereichen. Besonders auffällig sind die geringeren Belastungen mit Feinstaub und Schadstoffen, die Böden und Gewässer versäuern. Die Untersuchung ermittelt dabei deutlich höhere Schadstoffauslässe bei Papierprodukten – insbesondere bei krebserregenden Substanzen, bei denen Papier bis zu 6,33-mal mehr Belastungen verursacht als Plastik.

Untersuchungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ergaben bereits 2020, dass vier von elf geprüften Papierstrohhalmen chlorpropanolehaltige Chemikalien enthielten. Eine Studie von Pauline Boisacq an der Universität Antwerpen (2023) zeigte, dass fast zwei Drittel der untersuchten Pappprodukte schädliche PFAS-Substanzen – Ewigkeitschemikalien, die Jahrzehnte lang in der Umwelt verbleiben – enthielten.

Die EU hält an ihrem Verbot fest. Bis zum 3. Juli 2027 muss die Kommission ihre Richtlinie überprüfen. Doch statt konkreter Maßnahmen zur Reduzierung von Schadstoffen führt das Verbot lediglich zu einem Austausch eines Problems gegen ein anderes. Kritiker warnen, dass die Umweltverschmutzung durch Papierstrohhalme nicht reduziert, sondern verschlimmert wird – eine echte „grüne“ Täuschung. Die EU muss endlich erkennen, dass ihre Politik nicht nur ineffizient ist: Sie schädigt die Umwelt stärker als das verbotene Plastik.