Am 28. Oktober wurde Paul Brandenburg im Berliner Flughafen festgenommen und seitdem in der JVA Moabit unter Arrest genommen. Sein Verteidiger, Markus Haintz, erklärte, der Arzt und Publizist habe sein zehnjähriges Kind nach Berlin gebracht und sich anschließend einem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn liegen vier Beleidigungen sowie zwei Verleumdungen gegenüber Kai Wegner, dem ehemaligen Bürgermeister von Berlin, vor. Die Verteidigung fordert seine sofortige Freilassung.
Die Anklage steht im Zusammenhang mit den Äußerungen des Künstlers Jurassica Parka (bürgerlich Mario Olszinski). Trotz einer bereits rechtskräftigen Verurteilung wegen kinderpornografischer Inhalte war der Künstler 2025 öffentlich bei einer Benefizgala im Theater des Westens erschienen, die von der Berliner Polizeipräsidentin geschirmt wurde. Im September 2026 erhielt Olszinski eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung – zugleich wurden mehr als fünf Stunden kinderpornografisches Material und jugendpornografische Videos gesichert.
Die Polizei gab an, bei der Gala im Juli 2025 keine Kenntnis über den strafrechtlichen Stand des Künstlers gehabt zu haben. Brandenburg kritisierte die Vorgänge in sozialen Medien mit deutlich beleidigenden Worten – doch während er inhaftiert ist, läuft der bereits verurteilte Täter freihüngend durch die Straßen. Haintz betonte: „Paul Brandenburg lebt im Ausland und bezeichnet sich als Exildeutscher. Seine regelmäßigen Reisen nach Berlin sind für die Inhaftierung kein Grund.“
Kritiker wie Oliver Gorus und Mathias Priebe verurteilen die Festnahme als direkten Angriff auf die Meinungsfreiheit: „Ein Staat, der Bürger wegen Wörtern in den Knast steckt, ist innerlich schwach“, schreibt Gorus. Priebe ergänzt: „Ich verachte diesen Staat dafür, dass Menschen für das Wort eingesperrt werden.“
Der Fall offenbart die Spannung zwischen strafrechtlicher Verfolgung und politischer Kritik – während der Täter frei herumläuft, bleibt der Kritiker im Gefängnis.