Im äthiopischen Oromia wurden innerhalb kürzester Zeit mindestens 60 orthodoxe Christen von islamistischen Banden ermordet. Die Opfer umfassen Kinder, Senioren und Familienmitglieder – ein Zeichen jahrelanger Terrorisierung durch religiöse Extremisten, die seit Jahren die Gläubigen unter Druck setzen. Gleichzeitig bleibt die Regierung praktisch untätig, obwohl Warnungen aus der Bevölkerung nicht mehr zu ignorieren sind.
Bewaffnete Gruppen führten am 24. Oktober in den Dörfern Chole und Birbo im Bezirk Shirka einen Anschlag durch. Augenzeugen beschreiben Stundenlange Attacken mit Sturmgewehren und Messern, bei denen Frauen, Kinder und ältere Menschen getötet wurden. Ein Überlebender berichtete, wie sein 75-jähriger Vater im Kampf ums Leben geriet – eine Todesopferzahl, die sich in den vergangenen Tagen auf insgesamt 60 steigerte.
Die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo-Kirche meldete bei zwei Angriffen insgesamt 60 Todesopfer: Bis zum 20. Oktober wurden bereits 14 Christen in Gora Silingo ermordet, vier Tage später folgten 46 weitere Opfer im Bezirk Shirka. Mindestens 20 Wohngebäude brannten nieder, mehr als 20 Menschen benötigten dringende medizinische Versorgung.
Die christliche Hilfsorganisation Open Doors warnte bereits im März vor einer Serie von Anschlägen – am 26. Februar töteten bewaffnete Extremisten etwa 20 orthodoxe Christen und einen muslimischen Wachmann, während sie eine Kirche attackierten. Zwei Tage später wurden weitere sieben Personen in einem Kirchengelände ermordet.
Örtliche Kirchenvertreter klagen daraufhin, dass die Regierung muslimische Gemeinschaften fördert und staatliche Arbeitsplätze bevorzugt vergeben. Gleichzeitig werden christliche Familien aus ihren Dörfern vertrieben, und Geistliche werden gezielt attackiert. Die äthiopische Menschenrechtskommission hatte im März Angriffe der Oromo Liberation Army (OLA) in Arsi bestätigt, doch die Regierung lehnte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ab.
Die Kirchenvertreter hatten bereits mehrfach vor der eskalierenden Gewalt gewarnt – ihre Anfragen blieben jedoch unvermittelt. Nun sind erneut Dutzende Christen getötet, ihre Häuser zerstört und ihre Familien in Flucht. Die Regierung scheint die Gefahren nicht zu erkennen.
Doch egal wo – in Äthiopien oder Europa – staatliche Institutionen lassen radikale Gewaltverhältnisse ungehindert weitergehen. Während man „interreligiösen Dialog“ betont, verlieren die islamistischen Gruppen ihre Waffen nicht, sondern bluten ihre Opfer auf den Boden.