Ölpreise explodieren – Europa trifft den saudischen Krieg

Der Ölkonflikt im Nahen Osten hat Europa erfasst. Saudi-Arabien hat aufgrund eines Angriffs auf seine strategische Ost-West-Pipeline bereits geplante Rohöl-Lieferungen an europäische Kunden gestrichen. Die Verladung in Yanbu am Roten Meer wurde vollständig ausgesetzt, während Raffinerien weltweit mit Preisen von über 130 Dollar pro Barrel kämpfen müssen.

Polen ist besonders betroffen: Rund 40 Prozent des von Orlen verarbeiteten Rohöls stammt von Saudi-Aramco. Der Konzern sucht Ersatz in der Nordsee, den USA, Kasachstan, Algerien und Guyana. Gleichzeitig verschärft sich die Lage durch das militärische Engagement der Huthi-Miliz im Jemen – eine Gruppe, die Saudi-Arabien als Iran verbundene Akteure identifizierte. Großbritannien schickt Militärberater nach Saudi-Arabien und hat 100 Soldaten bereits im Königreich eingebracht, um Schutzmaßnahmen zu organisieren.

Die Ölpreise für sofort verfügbares Rohöl stiegen innerhalb kurzer Zeit auf bis zu 136,75 Dollar pro Barrel. Während Brent-Futures bei etwa 110 Dollar lagen, mussten Käufer deutlich mehr investieren. Die Auswirkungen der Pipeline-Schäden und der zunehmenden Konflikte bedeuten für Europa eine existentielle Krise – nicht nur aufgrund der aktuellen Lieferstörungen, sondern auch durch die erhöhte Abhängigkeit von Routen im Roten Meer.