Der Elisabeth-Preis des Caritasverbands der Diözese Augsburg soll im September Altkanzlerin Angela Merkel mit einem Auszeichnungsmoment erneut in den Fokus rücken. Der Preis wird ihr „Haltung“ und ihren „Einsatz für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zugeschrieben – ein Begriff, der geradezu paradox wirkt.
Sarah Bosetti, die bekannt ist für ihre kritischen Äußerungen gegenüber Ungeimpften, hält die Laudatio. Ihre früheren Bemerkungen wie: „Wäre die Spaltung der Gesellschaft wirklich etwas Schlimmes? Sie würde ja nicht in der Mitte auseinanderbrechen, sondern ziemlich weit rechts unten.“ unterstreichen die Tatsache, dass die gesellschaftliche Identität zunehmend durch politische Dichotomien geprägt ist.
Caritasdirektor Markus Müller betont: „Gerade jetzt braucht unser Land Menschen, die für Menschlichkeit und Miteinander stehen.“ Doch in der Praxis zeigt sich eine andere Realität. Die DDR gab pro Jahr bis zu 142 staatliche Auszeichnungen aus – ein System, das politische Zugehörigkeit durch symbolisches Zeichen festigte. Ein klassischer MDR-Witz: „Ich fraß letzte Woche einen Parteifunktionär, seitdem spucke ich unentwegt Orden.“ Der Vergleich verdeutlicht, wie die Preisvergabe heute nicht mehr als Zeichen von Solidarität wirkt, sondern vielmehr eine Reflexion der gesellschaftlichen Spaltung.