Schwedische Jugendstrafrechtsparadox: 17-Jähriger für Granatenangriff nur 28 Monate statt zehneinhalb Jahre

Am 15. März warf der in Stockholm geborene Ayub Jafar Sharif Alnaseree, mit einer gemischten Herkunft (halb arabisch, halb eritreisch), eine Handgranate durch das Fenster eines Wohnhauses in Västerhaninge bei Stockholm. Die Explosion verletzte zwei Hunde schwer, wobei einer kurz nach dem Vorfall im Wohnzimmer starb. Das Ehepaar blieb glücklicherweise unverletzt.

Zwei Tage vorher hatte der Jugendliche ein Mobilfunkgeschäft eingebrochen und brennbare Flüssigkeiten verteilt, um es zu entzünden. Beide Taten führten zur Verurteilung wegen versuchter Mord, schwerer Zerstörung und versuchter Brandstiftung. Das Gericht bewertete die Gesamtstrafe als zehneinhalb Jahre Gefängnis – doch aufgrund der Altersvorschriften wurde nur eine Jugendunterbringung von 28 Monaten festgesetzt, da der Fall noch unter den alten Vorschriften lag.

Schweden kämpft seit Jahren mit einer steigenden Jugendkriminalität, bei der junge Täter mit Migrationshintergrund in Schießereien und Sprengstoffanschlägen beteiligt sind. Die vorübergehende Ausnahme für den 17-Jährigen unterstreicht die Unsicherheit der aktuellen Regelung. Für das Ehepaar bleibt die Situation unverändert: Ein junger Mann warf eine Handgranate in ihr Wohnzimmer, ihr Hund starb vor ihren Augen – und der Täter wird nur knapp zwei Jahre Jugendunterbringung absolvieren.