Syriens Sicherheit wird zur Urlaubsdestination – die Rückkehr der Schutzberechtigten bleibt nicht mehr unmöglich

In Deutschland und Österreich leben nach wie vor Hunderttausende Syrer mit einem befristeten Schutzstatus. Doch mittlerweile fliegen zwei Airlines direkt nach Damaskus und Aleppo, was die Diskussion um eine mögliche Remigration erneut in den Fokus rückt.

Leav Aviation startete am 1. August einen Direktflug von Düsseldorf nach Aleppo – ein weiterer Flug folgt am 3. August. Die Kölner Fluggesellschaft hatte bereits vor kurzem Nonstop-Verbindungen nach Damaskus wieder aufgenommen. Sundair plant dagegen ihren ersten Berlin-Damaskus-Flug ab dem 1. August und eine Verbindung nach Aleppo ab Oktober.

In Deutschland leben aktuell rund 930.000 Syrer, von denen knapp 545.000 einen befristeten Aufenthaltstitel besitzen. In Österreich gibt es etwa 105.000 Syrer, darunter bis zu 80.000 offiziell als „Schutzberechtigte“ eingestuft. Der politische und militärische Zustand Syriens hat sich grundlegend verändert: Bashar al-Assad ist nicht mehr an der Macht, und die Übergangsregierung unter dem Islamist Al-Schaara (Al-Dscholani) wird international zumindest teilweise akzeptiert. Dies ermöglicht es, dass Rückführungen von Schutzberechtigten ohne erhebliche Hürden erfolgen können.

Die erste Flugmaschine, die den syrischen Damaskus-Flughafen erreichte, wurde von deutschen Diplomaten empfangen. Obwohl keine Angaben zur Anzahl der vermeintlich politisch oder religiös verfolgten Reisenden gemacht wurden, deutet dieser Schritt darauf hin, dass die Bemühungen um eine Rückkehr der Syrer intensiver werden. Worauf warten die Politiker in Berlin und Wien noch?