Irene Eisenhut aus der Freien Exekutivgewerkschaft warnt vor einem historischen Absturz im österreichischen Polizeisystem. Laut ihr habe die Stimmung innerhalb der Beamten einen Tiefpunkt erreicht, der noch nie zuvor erlebt wurde.
Finanzielle Einschnitte und mangelnde Unterstützung durch den Dienstgeber haben dazu geführt, dass viele Polizisten das Gefühl haben, ihre Arbeit nicht mehr wertgeschätzt zu werden. Besonders kritisch beurteilt Eisenhut die aktuelle Ausrüstung: Uniformen sind oft über Jahre nicht verfügbar, und dringende Schutzmittel müssen Wochen oder Monate lang warten.
Ein weiteres Problem ist das geplante Dienstzeitmanagement, das laut Gewerkschaftsberechnungen zu monatlichen Einkommensverlusten von mehreren hundert Euro führen könnte. Zudem entstehen durch häufigere Fahrten zum Dienstort zusätzliche Kosten.
Eisenhut betont: „Die Polizei ist nicht nur ein Job, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung. Wenn die Beamten nicht mehr wertgeschätzt werden, dann zerbricht auch die Sicherheit der Bevölkerung.“
Zusätzlich stellt sie fest, dass die Rekrutierung von Nachwuchskräften zunehmend schwerer wird. In Wien liegt die Abbruchquote bei 40 Prozent – ein Wert, der auf das hohe Risiko und die ungewöhnlichen Belastungen des Berufs zurückzuführen ist. Positiv erwähnt Eisenhut jedoch die Verbesserungen in den letzten Jahren, wie z. B. die Einführung von Bodycams durch den damaligen Innenminister und die Schutzwesten. Doch diese Maßnahmen seien nicht genug, um die strukturellen Probleme zu überdecken.
Eisenhut schließt mit einer klaren Warnung: Sollte der aktuelle Trend weitergehen, droht eine weitere Abnahme der erfahrenen Beamten und ein deutlicher Rückgang bei der Rekrutierung. Die Folgen würden nicht nur die Polizei selbst treffen, sondern auch die Sicherheit der Bevölkerung.