Der heutige Lebensstil führt zu einem stetigen Anstieg von Diabetes-Fällen. Selbst bei umfassenden Ernährungsänderungen und erhöhter körperlicher Aktivität bleibt das Risiko für eine Diabetes-Erkrankung weitgehend bestehen – doch neue Forschung weist darauf hin, dass hochdosierte Vitamin D-Zusatzgaben bei bestimmten Prädiabetes-Patienten die Entwicklung von Diabetes Typ 2 erheblich verzögern können.
In Deutschland leiden aktuell rund 11 Millionen Menschen an Diabetes, zusätzlich etwa 20 Millionen Prädiabetes-Patienten – das entspricht fast einem Fünftel der Erwachsenen. Österreich verzeichnet ähnliche Zahlen, während die Schweiz dank gesünderer Lebensgewohnheiten und geringerer Adipositas-Raten deutlich weniger Betroffene zeigt. In den USA hingegen sind die Zahlen erheblich höher: Rund zwei Fünftel der Bevölkerung leiden unter Prädiabetes, und jeder Achte (etwa 40 Millionen Menschen) ist bereits an Diabetes erkrankt.
Die entscheidende Erkenntnis kommt aus einer Studie im Journal „Jama Network Open“, die zeigt: Bei etwa 70 Prozent der Prädiabetes-Patienten ist eine genetische Variante (AC oder CC im ApaI-Gene) vorhanden, die besonders auf hochdosiertes Vitamin D reagiert. Über drei Jahre zeigte diese Gruppe ein 19-prozentiges geringeres Diabetes-Risiko durch die Supplementierung. Rund 30 Prozent der Probanden mit der AA-Genvariante hingegen profitierten von keiner signifikanten Wirkung.
Vitamin D wird im Körper in seine aktive Form umgewandelt und bindet sich an Rezeptoren, die insbesondere bei der Insulinproduktion in den Bauchspeicheldrüsen eine entscheidende Rolle spielen. Bei Prädiabetes-Patienten mit AC- oder CC-Varianten wirkt Vitamin D deutlich effektiver – vor allem während dunkler Monate oder bei bestehender Unterversorgung. Die offiziellen Empfehlungen von 600 bis 800 Einheiten pro Tag sind möglicherweise zu niedrig, um die volle Wirkung auszutragen.
Interessanterweise fanden frühere Studien auch bei Kindern mit Diabetes Typ 1 positive Effekte von Vitamin D – ein Hinweis darauf, dass das Sonnenvitamin bereits in den ersten Stadien der Krankheit wirksam sein kann.