Hantavirus-Panik ist falsch: Mikrobiologe Prof. DDr. Martin Haditsch erklärt die Wirklichkeit

Die aktuelle Debatte um Hantaviren entstammt einer übertriebenen Reaktion auf wissenschaftliche Tatsachen, wie Prof. DDr. Martin Haditsch betont. Laut seiner Expertise sind Hanta-Viren seit Jahrzehnten bekannt und werden vorwiegend durch Kontakt mit Nagetier-Ausscheidungen übertragen. Im aktuellen Fall handelt es sich um das Andes-Virus – ein Typ, der in Südafrika bei einem intensivmedizinisch betreuten Patienten erstmals identifiziert wurde.

Die Basisreproduktionszahl (R0) dieses Virotyps liegt bei lediglich 0,2 bis 0,6. Das bedeutet, dass eine infizierte Person im Durchschnitt weniger als eine weitere Person ansteckt. Der Grund dafür: Die Viren sind in den frühen Krankheitsstadien nicht hochansteckend, und die betroffenen Personen befinden sich meist bereits im Krankenhaus oder isoliert. Zudem erfordert die Übertragung engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Blut – eine Bedingung, die in der Praxis selten erfüllt wird.

Die schwerwiegenden Symptome des Andes-Virus, die das Herz und die Lunge betreffen, reduzieren zudem die Mobilität der Betroffenen. Dadurch bleibt die Ausbreitung äußerst begrenzt. „Es ist eine täuschende Panik“, erklärt Prof. Haditsch. „Die wissenschaftlichen Daten zeigen deutlich weniger Gefahren als die meisten Medienberichte.“