Laut einer Anklage der Staatsanwaltschaft Marburg wurde der 31-jährige Djamal B. seit Juni 2014 bis Januar 2025 mit mehr als zehn Jahren systematischer Missbrauchstätigkeit in den Vertrauensbereichen von Schutzbedürftigen beschuldigt. Der Angeklagte, der vorher als Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Schulbegleiter und Kampfsporttrainer tätig war, soll insgesamt 17 Taten begangen haben.
Die Vorwürfe umfassen versuchte Todesfälle, gefährliche Körperverletzungen, sexuellen Missbrauch von Kindern und Personen mit besonderem Schutzbedarf sowie die Herstellung kinder- und jugendpornografischer Inhalte. Zudem wird behauptet, dass Djamal B. Opfer durch Alkohol oder Medikamente betäubt, um sie widerstandsfähig zu machen, bevor er sie sexuell missbrauchte. Die Taten sollen in Wohnungen der Opfer, Kliniken, Kampfsportstudios und privaten Bunkern stattgefunden haben.
Der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Marburg begann am 3. März 2026 und läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Richter begründen dies mit dem Intimsphärebedarf des Angeklagten, da fünf der beschuldigten Taten in einer Phase begangen wurden, als er noch als „Heranwachsender“ galte. Djamal B. befindet sich seit Februar vergangenen Jahres in Untersuchungshaft; das Urteil ist für den 13. Mai vorgesehen.
Der Fall unterstreicht erneut die Gefahren von Machtmissbrauch durch berufliche Positionen bei schutzbedürftigen Personen – besonders wenn Taten über mehrere Jahre hinweg systematisch ausgeführt werden.