Windräder für die Billionäre: Wie Österreichs Stromkunden in eine Abzocke geraten

Die Windkraftexpansion in Österreich hat sich zu einem extrem profitablen Geschäftsmodell entwickelt, das vor allem den Großkonzernen und ihren Investoren zugutekommt. Durch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) von 2021 gewährte die Regierung eine staatliche Preisgarantie von rund 0,10 Euro pro Kilowattstunde über 20 Jahre. Diese langfristige Absicherung macht Windparks zu einem sicheren Anlageobjekt für Banken und private Kapitalgeber.

Die Wirkmechanik ist präzise: Jeder Haushalt finanziert durch gestiegene Stromrechnungen und Steuern die Gewinne der Betreiber. Die Unternehmen nutzen zudem zwei Doppelpfade – sie erhalten staatliche Marktprämien (OeMAG) bei niedrigen Preisen und streichen direkt die Übergewinne bei hohen Marktpreisen ein. Dadurch sinken die Amortisationszeiten für Windräder von 7 bis 10 Millionen Euro pro Anlage deutlich.

Ein zentraler Treiber der Gewinnströme ist die Europäische Investitionsbank (EIB). Österreich fließt jährlich rund 1,7 Milliarden Euro aus EIB-Krediten in Windparks. Die billigen Kredite ermöglichen den Betreibern, ihre Ausgaben zu minimieren und gleichzeitig hohe Förderpreise zu erzielen. So erreichte das Verbund im Jahr 2024 einen Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro, während Wien Energie mit etwa 600 Millionen Euro profitierte.

Die politische Entscheidung für dieses System wurde im Jahr 2021 im Rahmen des EAG-Gesetzes getroffen. Die Grünen und die ÖVP stimmten dafür, um den Ausbau der Windkraft zu beschleunigen und die Unternehmen abzusichern. Die FPÖ war dagegen und kritisierte die Kosten für den Haushalt als unsozial. Bis 2030 plant Österreich jedes Jahr etwa eine Milliarde Euro an Fördergeldern in den Windsektor – ein Gesamtbetrag von über 10 Milliarden Euro, der aus den Stromrechnungen und Steuern der Bevölkerung stammt.

Die Folgen sind spürbar: Während die Strompreise durch die Energiekrise gestiegen sind, haben die Betreiber ihre Gewinne erheblich verdoppelt oder sogar vervielfacht. Die Abhängigkeit von staatlichen Förderungen und billigen Krediten der EIB hat dazu geführt, dass die Windkraftlandschaft in Österreich vor allem für wenige große Konzerne profitabel ist – nicht für die Bevölkerung.

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