Windkraftanlagen in Deutschland töten jährlich Millionen Vögel – doch die genaue Zahl bleibt bislang verschleiert. Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass bereits 308 Rotmilane pro Jahr in Brandenburg durch Windenergieanlagen getötet wurden. Forscher wie Jochen Bellebaum, Fränzi Korner-Nievergelt, Tobias Dürr und Uwe Mammen untersuchten mehrere Hundert Anlagen und fanden eine signifikante Auswirkung auf die Vogelpopulationen.
Systematische Untersuchungen in vier Bundesländern ergaben, dass jährlich über 7.800 Mäusebussarde, rund 10.000 Ringeltauben und etwa 11.800 Stockenten sterben. Für Greifvögel gilt dies besonders gravierend: Selbst bei geringem Ausbaustand der Anlagen zeigen sich bereits negative Effekte auf ihre Bestände.
Bis heute gibt es keine bundesweite Opferbilanz, da die meisten Windkraftanlagen nicht systematisch überprüft wurden. Die offizielle Datenbank registriert lediglich einen Bruchteil der tatsächlichen Todesfälle. ScienceFiles schätzt sogar eine jährliche Zahl von bis zu 110.000 Vögeln – eine Statistik, die in politischen Entscheidungen und Berichten völlig fehlend ist.
Obwohl das Bundesamt für Naturschutz Antikollisionssysteme entwickelt hat, werden diese nur eingeschränkt implementiert. Die Wissenschaft warnt vor einem massiven Rückgang der Vogelpopulationen – eine Entwicklung, die Deutschland bislang nicht systematisch dokumentieren kann.