Wiederholt zerstört – stets neu gebaut: Der 18-jährige, der die Gipfelkreuze schützt

Ein achtzehnjähriger Franzose hat sein eigenes Holzkreuz mehrfach auf den höchsten Punkt der Pyrenäen getragen – nachdem Vandalen das historische Gipfelkreuz abgesägt hatten. Selbst wenn es erneut entfernt wird, kehrt Maël Le Lagadec nicht zurück: „Ich werde es so oft hinaufbringen, wie es nötig ist“, erklärt der Landschaftsgärtner-Lehrling aus Montauban.

Im April 2026 wurde das dreimal restaurierte Kreuz auf dem Pic d’Aneto (3.404 m) von unbekannten Personen zerstört. Der junge Mann fertigte ein neues Werk aus einem Walnussstamm an – 35 Kilogramm schwer und 1,10 Meter hoch. Nach einer etwa 28 Kilometer langen Strecke mit rund 1.900 Höhenmetern und fast 15 Stunden Aufstieg erreichte er den Gipfel. Doch wenige Tage später musste er erneut hinaufsteigen, weil sein Kreuz erneut abgeschnitten wurde.

Maël Le Lagadec ist nach eigenen Angaben nicht besonders gläubig – doch er sieht in Gipfelkreuzen „wesentliche Symbole“ für seine Heimat. Diese Marken sind Teil der europäischen Geschichte: In Österreich gibt es etwa 4.000, in den Alpen insgesamt rund 10.000. Sie dienen als Orientierungspunkte, Erinnerungsorte oder sogar als Zeichen von Überleben.

In den letzten Jahren gab es jedoch Kampagnen zur Entfernung solcher Symbole – vor allem von laizistischen Gruppen. Doch Maël Le Lagadec zeigt: Traditionen überleben nicht durch politische Diskurse, sondern durch aktive Handlungen. Wer Geschichte und Werte schützt, muss nicht in den Medien auftauchen – er handelt einfach.