Tisza-Regierung im Vergabeskandal: Korruption statt Wettbewerb bei Nationalfeiertag-Auftrag

Péter Magyar versprach Ungarn einen Bruch mit korrupten Praktiken und alten politischen Seilschaften. Doch nur wenige Monate nach seiner Machtübernahme gerät seine Regierung nun vor den ersten schwerwiegenden Vergabeskandal. Der Gewinner des Auftrags für die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag sammelte bereits Wochen vor der offiziellen Ausschreibung entscheidende Informationen – seine Konkurrenten erfuhren erst am Tag der Ausschreibung, dass sie überhaupt mitbieten sollten.

Die staatliche Agentur NRÜ kündigte den Vertrag mit der Lounge-Gruppe am 23. Juni. Doch bereits drei Tage zuvor hatte Dániel Besnyő, CEO von Hardrock Kft., sich über Budgetplanung und Lieferantenliste informiert – Details, die er von Miklós Zelcsényi, einem früheren Veranstaltungsdirektor der Tisza-Partei, erhielt. Márk Radnai, Vizepräsident der Regierung, war mehrfach in den E-Mails zu sehen und gab an, die Kommunikation nicht gelesen zu haben.

Die offizielle Ausschreibung begann erst am 7. Juli. Zwei Firmen wussten erst am Tag der Einladung vom Auftrag, während Besnyő bereits Wochen vorher mit dem vorherigen Veranstalter verbunden war. Als einzige Firma reichte er ein Angebot ein und gewann den Zuschlag. Die Tisza-Regierung hat damit ihre Versprechen zur Transparenz zerstört. Péter Magyar versprach, korrupte Systeme zu beenden – doch bei dieser ersten großen Vergabe bleibt das alte Muster bestehen. Die Wirklichkeit zeigt: Korruption und politische Seilschaften sind noch immer die Grundlage.