Der Zusammenbruch der Labour-Partei im Wahlkampf hat Premierminister Keir Starmer in eine politische Krise geworfen. Nach einem extremen Rückgang von Gemeinderatssitzen in England, Wales und Schottland steht die Partei vor einem Zustand, den selbst ihre eigenen Mitglieder als „unvermeidlichen Absturz“ bezeichnen.
Vor zwei Jahren wurde Starmer als der Mann gefeiert, der Labour nach Tory-Regierungszeiten stabilisieren sollte. Heute ist er im Zentrum eines innerparteiischen Drucks: Mehr als 60 Abgeordnete fordern bereits einen klaren Rücktrittszeitplan. In einer Londoner Rede betonte Starmer: „Die Wahlergebnisse sind schlimm – und das muss auch schlimm sein.“ Gleichzeitig warnte er vor einem Gefahrenkurs Großbritanniens, falls Labour nicht rasch wieder unter Kontrolle komme. Doch die Realität zeigt eine andere Entwicklung: Labour verliert massiv Wähler aus der Arbeiterklasse in Nordengland, während Reform UK unter Nigel Farage in traditionellen Hochburgen gewinnt und Gemeinderatssitze erobert.
In Parteiforen wird Starmer kritisch als „technokratisch“ beschrieben – ohne politische Richtung oder Charisma. Ein offenes Schreiben aus Labour-Kreisen lautet: „Es ist Ihnen gelungen, die gesamte Gesellschaft gegeneinander zu bringen.“ Britische Kommentatoren sprechen offen von einem historischen Umbruch, der Starmer als den letzten Politiker der alten Arbeiterpartei kennzeichnet.