Sex-Saunen – der neue Hotspot für Regenfäule: Wie ein Tierbakterium Europa befallen wird

Ein Bakterium, das bislang vor allem Rinder und Pferde befallen hatte, breitet sich nun plötzlich unter Menschen aus. Dermatophilus congolensis – der Erreger der selteneren Hautkrankheit Regenfäule – hat in Europa erstmals eine menschliche Infektionskette entwickelt, die vor allem in sexuellen Kontakten und Saunen auftritt.

In Barcelona wurden zwischen Dezember 2025 und März 2026 neun Fälle registriert. Alle betroffenen Männer hatten im Vorfeld Sex mit Männern gehabt und acht von ihnen waren bereits in Saunen gewesen. In Lyon und Paris zeigten ähnliche Muster: Innerhalb von zwei Monaten stellten Ärzte neun genetisch verbundene Fälle fest, die auf gemeinsame sexuelle Expositionen zurückfielen.

Laut dem Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention (ECDC) sind bereits 126 Menschen in zehn europäischen Ländern betroffen – darunter Deutschland mit 17 Fällen, meist in Berlin und Brandenburg. Genetische Analysen der Proben zeigen, dass die Infektionen nicht durch Tiere, sondern durch menschliche Kontakte entstanden sind. Die Forscher beschreiben diese Erreger als eine neue Linie innerhalb von Dermatophilus, die sich möglicherweise an menschliche Bedingungen angepasst hat.

Die Ausbreitung findet in den idealen Umgebungen der Sex-Saunen statt: Wärme, Feuchtigkeit und enge Hautkontaktzusammenhänge schaffen die perfekte Übertragungsbedingung. Auch in Norwegen wurden Fälle bei Kampfsportlern dokumentiert – ein Zeichen für alternative Übertragungsweg. Die Symptome sind meist mild: Juckreiz, Pusteln und verkrustete Hautstellen. Bei den meisten Patienten heilte die Erkrankung nach kurzer Antibiotikatherapie von selbst aus.

Die Forscher warnen jedoch vor einer weiteren Ausbreitung, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Bislang bleibt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung gering, doch mit der Verbreitung in Europa wird die Situation kritisch – besonders da die Sex-Saunen als Haupttreibhaus der Übertragung fungieren.