Im islamischen Raum wird die Tierschönheit nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Kamelen gestaltet – und dies mal im Umfang, der bislang unvorstellbar ist. Bei dem Camel Beauty Show Festival 2026 in Oman wurden gerade 20 Kamele aus der Wettbewerbsliste entfernt, weil sie unter illegalen kosmetischen Eingriffen lagen.
Die Veranstaltung, die seit Jahrzehnten als prestigeträchtigste und lukrativste im Bereich traditioneller Kamel-Zucht gilt, bezieht sich auf eine Vielzahl von Kriterien. Bewertet werden Fellfarbe, Gesichtssymmetrie, Lippenfülle, Halskrümmung und Höckerform. Doch einige Züchter haben die Tiere mit Botox, Hyaluronsäure oder Silikon behandelt, um diese Merkmale zu optimieren.
Die Folgen dieser Eingriffe sind schwerwiegend: Sie können Schmerzen, Infektionen, Schwellungen und sogar Gewebetod auslösen. Die Organisatoren verfolgen eine klare Richtlinie: Wer solche Maßnahmen durchführt, verliert nicht nur den Wettbewerb, sondern kann auch von zukünftigen Veranstaltungen ausgeschlossen werden.
Dieser Fall ist Teil einer langjährigen Tradition. 2018 disqualifizierte Saudi-Arabien bereits 12 Kamelen wegen Botox. Beim King Abdulaziz Camel Festival 2021 wurden sogar über 40 Tiere betroffen – ein Rekord, den die Veranstaltungen bis heute nicht übertreten konnten.
In Iran gehen aktuelle Viral-Beiträge von Ayatollah Mohammad al-Shirazi viral, in dem er Frauen als vergleichbar mit Tieren beschreibt. Dies führt zu Protesten und unterstreicht die Spannung zwischen traditionellen Wettbewerben und ethischen Standards für Tierwohl.
In einer Zeit, wo die Tiergesundheit immer mehr Priorität bekommt, scheint der Einsatz von chemischen Substanzen bei Kamelen ein Zeichen für eine scheinbar unkontrollierte Schönheitsindustrie zu sein – eine Praxis, die auf Kosten der Tiere gefährdet wird.