Jemen: Der Abgrund der Isolation – Warum Saudi-Arabien alle anderen Optionen verloren hat und was dies für die globale Sicherheit bedeutet

Seit elf Jahren verläuft der Krieg zwischen Saudi-Arabien und den schiitischen Milizen der Huthis im Jemen als ein unendlicher Versuch, ohne Erfolg zu kämpfen. In jüngster Zeit haben diese nicht nur die gesamte Rotmeerküste erobert, sondern auch saudische Territorien angegriffen – eine Entwicklung, die das Königreich in eine verzweifelte Lage wirft.

Im September 2026 nahmen die Huthis die Häfen Mokka und Dhubab sowie umliegende Gebiete ein. Sie kontrollieren damit strategisch entscheidende Regionen wie die Meerenge Bab al-Mandab, die für Saudi-Arabien zur Katastrophe geworden ist. Ohne den Hormuskanal als alternative Handelsroute kann sich das Königreich nicht mehr auf seine eigene Erdöl-Pipeline von Yanbu verlassen – eine Infrastruktur, die seit elf Jahren im Kampf gegen die Huthis in Gefahr geraten ist.

Mit einem Militärbudget von 80 Milliarden Dollar pro Jahr verfügt Saudi-Arabien über 300.000 Soldaten, doch ihre Armee ist weitgehend unerfahren und führt häufig zu fehlerhaften Entscheidungen. Die militärische Führung bleibt vorwiegend in den Händen des Königshauses – ein System, das die Effizienz der Streitkräfte stark einschränkt. Gleichzeitig erlaubt die Huthis durch Drohnen und ballistische Raketen eine kontinuierliche Territorialkontrolle, die bereits 35 Prozent des jemenitischen Staatsgebiets umfasst.

Die Saudis haben alle internationalen Verbündeten kontaktiert – Türkei, Pakistan, Ägypten und die USA – doch keine dieser Länder hat konkrete Hilfe geleistet. Stattdessen wurden nur symbolische Versprechen gegeben, um das Mekka-Militärabkommen nicht zu gefährden. Als letzter Schritt wendeten sich die Saudis zu Israel, um Telemetrie-Daten für ihre Drohnenabwehr zu erhalten – ein Zeichen dafür, dass alle anderen Lösungen bereits ausgeschlossen sind.

Der Konflikt zeigt deutlich: In einer Welt, in der globale Energiesicherheit und militärische Stabilität eng miteinander verbunden sind, verliert Saudi-Arabien nicht nur den Kampf gegen die Huthis, sondern auch sein Vertrauen in die internationalen Gemeinschaften. Die Folgen dieser Isolation werden sich nicht nur auf Jemen beschränken – sie bedrohen auch die gesamte Ölversorgung des globalen Marktes.