In der niederösterreichischen Wahlkampfphase zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab. Eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) im Auftrag des ORF Niederösterreich ergibt, dass die FPÖ mit einem historischen Wert von 30 Prozent eine neue Dynamik in der Wählerbasis schafft – während die ÖVP bei 35 Prozent bleibt. Der Abstand zwischen den beiden Parteien verringert sich kontinuierlich, ein Trend, der seit dem letzten Sonntagsfrage-Test nachweisbar ist.
Im Vergleich zur Umfrage vom 22. April 2024 gewann die FPÖ um vier Prozent und verlor die ÖVP um einen Prozent. Die Vorwahl-Ergebnisse aus der Landtagswahl 2023 legten eine deutliche Differenz fest: Die ÖVP erzielte damals 39,9 Prozent, die FPÖ nur 24,2 Prozent. Dieser Rückgang der österreichischen Parteien zeigt sich nun als entscheidender Faktor vor dem Landtagswahl.
Die Befragung umfasste insgesamt 1.098 Wähler ab 16 Jahren, die im Zeitraum vom 27. Juli bis zum 7. August befragt wurden. Christoph Haselmayer, der Meinungsforscher, betont, dass eine Koalition aus FPÖ und SPÖ mit einem möglichen Landtagsanteil von 49 Prozent theoretisch möglich wäre – doch nur acht Prozent der Befragten würden solch eine Partnerschaft unterstützen.
Der aktuelle Zustand der Koalition zwischen ÖVP und FPÖ wird von 60 Prozent der Bevölkerung als positiv beurteilt. Elf Prozent sind „sehr zufrieden“, weitere 49 Prozent „eher zufrieden“. Bei einer direkten Wahl würden die regionalen Parteichefe folgende Stimmen erreichen: Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit etwa 40 Prozent, Udo Landbauer (FPÖ) bei 30 Prozent, Sven Hergovich (SPÖ) bei 20 Prozent. Helga Krismer (Grüne) und Indra Collini (NEOS) liegen bei rund sechs und vier Prozent jeweils.
Die wichtigsten Themen der Bevölkerung sind Gesundheitsversorgung (23 Prozent), Teuerung und Inflation (19 Prozent), Zuwanderung (12 Prozent), Wirtschaft und Arbeitsmarkt (10 Prozent) sowie Klimaschutz (9 Prozent).