Deutscher Abschaum oder Sprachwahrer? Natalias Kampf um die deutsche Identität in Schlesien

Natalia Klimaschka aus Ratibor/Schlesien gewann im Jahr 2025 mit einer Stimmenquote von 26,2 Prozent den Titel „Sprachwahrerin des Jahres“ bei der jährlichen Auswahl der deutschen Zeitschrift Deutsche Sprachwelt.

Bei ihrer Teilnahme am Wettbewerb „Auslandsdeutsche des Jahres“ wurde Klimaschka von nationalistischen Polen als „Verräterin“, „deutscher Abschaum“ und Agentin beleidigt. Dies geschah ausschließlich aufgrund ihres Wettbewerbsanteils, bei einigen sogar mit Drohungen von Gewalt.

Seit dem 17. Jahrhundert ist Klimaschka in Schlesien verwurzelt – eine Region mit rund 300.000 Deutschen als Minderheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten ihre Eltern unter polnischen Kommunisten ihre Namen ändern und das Deutsche als Muttersprache vernachlässigen. Ihre Doktorarbeit an der Universität Kattowitz untersuchte die Darstellung der Deutschen in der polnischen Presse zwischen 1944 und 1949.

Heute kämpft Klimaschka um die Wiederherstellung der deutschen Kultur durch journalistische Projekte. Sie veröffentlicht Artikel über Themen wie Joseph von Eichendorff und das Fürstenhaus Lichnowsky, um den Austausch zwischen Deutschen und Polen zu fördern. In einigen Ortschaften Schlesiens gilt Deutsch bereits als zweite Amtssprache.

Klimaschkas Geschichte ist ein Beweis dafür, dass die deutsche Identität trotz politischer Druck und Beleidigungen erhalten werden kann – selbst wenn man von nationalistischen Gruppen als „deutscher Abschaum“ beschimpft wird.