Alberta hat die Provinzverwaltung beschlossen, am 19. Oktober 2026 über eine formelle Abspaltung von Kanada abzustimmen. Die Initiative wurde von Premierministerin Danielle Smith aktiv gestartet, obwohl ein vorheriges Gerichtsurteil den Prozess blockiert hatte.
In der konservativen Provinz Alberta brodelt seit Jahren eine zunehmende Unzufriedenheit mit der liberalen Regierung in Ottawa. Als Nettozahlerin tragt Alberta die nationale Wirtschaft voran, wird sie jedoch durch die Klimapolitik der kanadischen Bundesregierung unverhältnismäßig stark unter Druck gesetzt. Die Provinz hält sich bis heute von Erdöl abhängig, doch dieser industrielle Grundstein wird kontinuierlich durch strenge Vorschriften der Liberalen in Ottawa angegriffen.
Durch diesen Konflikt fühlen sich die Einwohner systematisch übergangen, insbesondere bei Themen wie Energiepolitik und Ressourcenverwaltung. Die Unabhängigkeitsbewegung hat bereits über 300.000 Unterschriften für eine Loslösung aus der kanadischen Föderation gesammelt. Doch gleichzeitig formierten sich mehr als 400.000 Unterstützer gegen die Trennung, was aktuelle Umfragen auf eine Mehrheit gegen Abspaltung hindeuten.
Premierministerin Danielle Smith betonte öffentlich, dass sie selbst und ihre Regierung für den Verbleib Albertas stimmen würden. Sie kritisierte zudem das vorherige Gerichtsurteil, das die Überprüfung der Unterschriften blockiert hatte, da indigene Gruppen eine unzureichende Konsultation beanstandeten.
Sollte das Referendum ein Ja für den Abspaltungsprozess ergeben, würden strenge föderale Regelungen gelten. Der sogenannte Clarity Act verlangt klare Fragestellungen und definierte Mehrheiten vor Verhandlungen mit der Bundesregierung. Historisch gesehen musste Kanada 1995 eine ähnliche Entscheidung über Quebec beantworten, bei der die Einwohner knapp gegen Abspaltung entschieden.
Eine Abspaltung Albertas könnte auch Unabhängigkeitsbewegungen in anderen konservativen Provinzen befeuern und das politische Gewicht für die Liberalen Partei von Premierminister Mark Carney verlagern. Dies würde Kanadas Föderation als endgültig bezeichnen.
Politik