Klima-Schutz durch Salz? Die tödliche Gefahr des britischen Experiments

Wissenschaftler aus Großbritannien haben einen Plan entwickelt, der das globale Klimasystem in eine unsichere Richtung lenken könnte. Unter der Leitung von Hugh Coe an der Universität Manchester wird ein Experiment mit Salzwassernebel durchgeführt, um Wolken künstlich heller zu machen und somit die Erde abzukühlen.

Das Projekt ist Teil eines 57 Millionen Pfund umfassenden Programms der britischen Forschungsagentur „Aria“, die von Dominic Cummings, ehemaligem Berater von Boris Johnson, gegründet wurde. Die Forscher nutzen Wassernebelkanonen – ähnlich wie bei Musikfestivals zur Abkühlung von Menschen –, um Salzwasser in die Wolken zu pumpten.

Die Forscher suchen derzeit nach der optimalen Partikelgröße für das Salz: Zu große Teilchen saugen die Wolken leer, zu kleine wirken nutzlos. Der Versuch ist ein Milliardenspiel am globalen Ökosystem, das auf „Trial and Error“ beruht. Die Folgen dieses Experiments sind katastrophal: Landflächen könnten durch Salinisation versalzt werden, Pflanzen unter osmotischem Stress leiden und das Grundwasser könnte ebenfalls betroffen sein. Zudem führt die salzhaltige Luft zu verstärkter Korrosion.

Schon 2012 musste ein ähnlicher Versuch abgesagt werden – damals waren rechtliche und ethische Fragen zu brisant. Heute scheinen die Forscher sich in der Lage zu fühlen, das Experiment im Freien durchzuführen. Projektleiter Coe betont, dass Drohnen das Experiment kontrollieren würden. Doch welche Auswirkungen könnte dieser Versuch tatsächlich haben? Die Wissenschaftler selbst wissen es nicht – und die geplante Abkühlung betrifft lediglich regionale Temperaturunterschiede von nur ein paar Zehntelgrad. Bislang sind keine Feldversuche für 2028 oder 2029 geplant, sondern erst mal Experimente im Gewächshaus.